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«Nebenbeschäftigungen von Professoren sind problematisch» – der St.Galler SP gehen die neuen Massnahmen der HSG zu wenig weit

Die Universität St.Gallen will die Nebenbeschäftigungen ihrer Professoren schärfer kontrollieren. Dafür setzt sie eine Kommission ein. Reicht dies, um Fehlverhalten zu verhindern? Die Parteien sind sich uneins.
Regula Weik
Die Universitätsleitung hat am Montag über den aktuellen Stand der beschlossenen Massnahmen informiert. (Bild: Michel Canonica)

Die Universitätsleitung hat am Montag über den aktuellen Stand der beschlossenen Massnahmen informiert. (Bild: Michel Canonica)

Die Universität St.Gallen hatte zuletzt wegen Nebentätigkeiten ihres Rektors und mehrerer Professoren in der Kritik gestanden. Nun setzt sie eine neue Kommission ein. Diese soll die Nebenjobs der Dozierenden überprüfen. Und sie kann Nebenbeschäftigungen auch verbieten. Die Kommission nimmt ihre Tätigkeit Anfang November auf. Reichen die von der Universitätsleitung bislang getroffenen Massnahmen, um Fehlverhalten und Missstände künftig zu verhindern? Die Parteien sind sich uneins.

Die neuen Regelungen änderten nichts an der Tatsache, dass Nebenbeschäftigungen von Professorinnen und Professoren «grundsätzlich problematisch» seien, sagt Laura Bucher, Co-Präsidentin der Fraktion von SP und Grünen im Kantonsparlament.

«Sie können die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung beeinträchtigen und der Glaubwürdigkeit einer Universität schaden.»

Wer Verwaltungsrat in einem Unternehmen ist, sei diesem verpflichtet und könne «nicht in gleich kritischer Weise lehren und forschen». Für Laura Bucher ist deshalb auch klar: «Gesponsorte Lehrstühle und Nebenbeschäftigungen sind grundsätzlich abzulehnen. Insbesondere solche, die nicht rein wissenschaftlichen oder ideellen und gemeinnützigen Zwecken dienen.»

SP verlangt restriktive Bewilligungspraxis

Auf die Frage, was die SP von der neuen Kommission erwartet, antwortet Laura Bucher: «Eine äusserst restriktive Bewilligungspraxis mit klaren Richtlinien.»

Ähnlich sieht es Andreas Widmer, Fraktionspräsident von CVP und Grünliberalen: Es sei nun Sache der Kommission, das Reglement «konsequent» umzusetzen.

«Die Entscheide sind uneigennützig und ohne Scheuklappen und Ideologien zu treffen.»

Grundsätzlich sei die Universität mit ihrem Massnahmenplan «auf gutem Kurs», sagt Widmer. «Jetzt geht es um die Umsetzung.» Dies werde eine grosse Herausforderung sein – doch: «Zusammen mit den übrigen Massnahmen kann die HSG nun auch von der Organisation her wieder zu dem werden, was sie immer propagiert: eine Vorzeige-Uni.»

Mit der Einsetzung einer Kommission für Nebenbeschäftigungen zeige der Universitätsrat «Führungsstärke», heisst es bei der SVP, der Partei von Bildungschef und Uniratspräsident Stefan Kölliker. Dadurch, dass die Nebenjobs der Dozierenden nun in einem öffentlichen Register einsehbar sind, werde «ein wichtiger Beitrag zur Transparenz und Glaubwürdigkeit der Universität geleistet», sagt SVP-Fraktionschef Michael Götte.

FDP-Fraktionspräsident Beat Tinner ist überzeugt, dass mit den neuen Richtlinien künftige Missstände und Fehlverhalten verhindert werden könnten.

Sollen Dozierende ihre Nebeneinkünfte abgeben?

Die Frage, ob Professoren künftig ihre Nebeneinkünfte – oder einen Teil davon – abgeben müssen, will die Universitätsleitung bis Ende Jahr klären. Die FDP will den dannzumal präsentierten Vorschlag abwarten und diesem nicht vorgreifen. Was bringen die Nebenjobs direkt oder indirekt der Universität? Oder stehen sie gar in einem Konkurrenzverhältnis? Diese Fragen stehen für CVP-Fraktionschef Widmer im Vordergrund. Denn: Die Interessen der Uni hätten bei der Frage der Abgabe «klar Vorrang».

Für Laura Bucher ist klar: Dozierende sollen «einen ­gewissen Teil ihrer Einkünfte» abliefern. «Das wäre auch aus Gründen der Gleichbehandlung aller Staatsangestellten geboten.» Die SVP hat ebenfalls eine klare Erwartung. Sie verlangt von der Regierung eine Gesamtlösung für alle Mitarbeitenden der Verwaltung und öffentlich-rechtlicher Anstalten. «Eine Lösung für nur eine Institution ist nicht zielführend», sagt Fraktionschef Götte.

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