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So geht wildes Campieren

Hütten in den Bergen sind in der Hauptsaison gut belegt – nicht jedermanns Sache. Eine Übernachtung in der freien Natur erscheint da manchen als reizvoller. Doch ist wildes Campieren überhaupt erlaubt?
Patrick Baumann
So romantisch wildes Campieren ist, einige Punkte muss man dabei berücksichtigen – etwa um Wildtiere nicht zu stören. (Bild: Alessandro della Bella/Keystone)

So romantisch wildes Campieren ist, einige Punkte muss man dabei berücksichtigen – etwa um Wildtiere nicht zu stören. (Bild: Alessandro della Bella/Keystone)

Der Alpstein gilt als gut erschlossene Bergregion. Trotzdem gibt es immer wieder Leute, die wild campieren und sich nicht in einer der vielen Hütten einquartieren. «Für Einzelpersonen oder Paare mit einfachen Zelten ist das grundsätzlich möglich», sagt Martin Attenberger, Forstingenieur auf dem Oberforstamt des Kantons Appenzell Innerrhoden. Das Betreten von Wald und Weide sei gemäss Schweizerischem Zivilgesetzbuch gestattet, solange dies im «ortsüblichen Umfang» geschehe. «Im Alpstein gibt es aber etliche Schutzgebiete, in denen besondere Schutzbestimmungen gelten», sagt Attenberger. Als Beispiel nennt er das Jagdbanngebiet Säntis und Umgebung. «Weiter gibt es Waldreservate, Pflanzenschutzgebiete und Naturschutzzonen mit besonderen Bestimmungen.»

Grössere Gruppen haben es schwerer

Bei Übernachtungen auf Weiden oder im Wald sei es ratsam, die Erlaubnis des Grundeigentümers einzuholen. «Campiert man etwa im Umkreis einer Alphütte, sollte man dort anfragen.» Ansonsten finde man die Grundeigentümer oft via Internet. «Für Übernachtungen in grösseren Gruppen ist zwingend eine Erlaubnis einzuholen», sagt Attenberger.

Der Schweizer Alpen-Club (SAC) hat eine Broschüre zum Thema Campieren und Biwakieren in den Schweizer Bergen herausgegeben. Darin heisst es, dass in der Schweiz rücksichtsvolles Campieren oberhalb der Waldgrenze grundsätzlich erlaubt ist. «Ein generelles Campingverbot gilt jedoch für den Schweizerischen Nationalpark, die Eidgenössischen Jagdbanngebiete sowie für viele Naturschutzgebiete», sagt Anne Roches, Fachleiterin Natursport-Naturschutz beim Schweizer Alpen-Club. In Wildruhezonen sei das Zelten während der Schutzzeit verboten. Für Übernachtungen auf Privatgrund rät auch Roches, die Erlaubnis des Grundeigentümers einzuholen. Beim Campieren in der freien Natur spiele die Gruppengrösse eine entscheidende Rolle. «Eine einzelne Übernachtung weniger Personen im Gebirge ist weniger problematisch als wochenlanges Campieren einer grossen Gruppe in unteren Lagen.»

Die Natur respektieren

Marcel Halbeisen, Präsident der SAC-Sektion St. Gallen, hat selbst schon im Alpstein campiert. «Für mich war das immer ein tolles Erlebnis.» Probleme habe es nie gegeben. Wichtig sei aber, dass man sich korrekt verhalte. «In der Natur leben Wildtiere. Diese darf man nicht unnötig stören. Lärm ist unangebracht.» Weiter solle man möglichst wenig Platz beanspruchen und den Abfall wieder mit ins Tal herunternehmen. «Falls man ein Feuer machen will, gilt es Feuerverbote zu beachten.»

Das Campieren im Freien kann auch gefährlich sein. Anne Roches vom SAC empfiehlt, einen Platz zu wählen, der sicher vor Blitzeinschlag, Steinschlag, Lawinen oder Hochwasser ist. «Flüsse und Bäche können auch bei schönem Wetter plötzlich ansteigen. Zudem muss die Absturzgefahr berücksichtigt werden», sagt sie. «Ausserdem schützen ein guter Schlafsack und eine Isomatte vor Kälte.»

Hinweis
Jagdbanngebiete und Naturschutzzonen sind auf map.geo.admin.ch unter Geokatalog zu finden.

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