Natur
106 Schafe und Ziegen gerissen: Graubünden will nun Wölfe schiessen

Viele Schafe und Ziegen, zwei Esel und ein Kalb hat es bereits erwischt: Der Wolf verletzt und tötet in Graubünden momentan viele Tiere und das trotz verstärktem Herdenschutz. Im Prättigau soll deshalb ein Wolf geschossen werden. Weitere Abschüsse in der Region werden geprüft.

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Viele Schafe und Ziegen, zwei Esel und ein Kalb: All diese Tiere sind in den vergangenen Sommermonaten dem Wolf zum Opfer gefallen.

Viele Schafe und Ziegen, zwei Esel und ein Kalb: All diese Tiere sind in den vergangenen Sommermonaten dem Wolf zum Opfer gefallen.

Bild: Roland Schmid/BLZ

(pd/sae) Für Nutztiere besteht momentan eine grössere Gefahr. In jüngster Zeit haben sich in verschiedenen Gebieten in Graubünden vermehrt Risse durch Wölfe ereignet. Vor allem in der Surselva, im Hinterrhein und in der Mesolcina haben die Raubtiere des Öfteren zugeschlagen. Insgesamt 106 Schafe und Ziegen sind ihm zum Opfer gefallen. Diese Schadenszahlen entsprechen ungefähr jenen des Vorjahres, wie es in der Mitteilung des Amts für Jagd und Fischerei heisst.

Einzelwolf in Prättigau reisst mehrere Tiere in kurzer Zeit

Als besonders auffällig erweist sich ein Einzelwolf im Prättigau, der innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Schafe in einem geschützten Bereich gerissen hat. Ausserdem wurden innert drei Tagen zwei Esel auf unterschiedlichen Alpen in einem umzäunten Bereich mit zum Teil schweren Verletzungen vorgefunden. Die Verletzungen wiesen eindeutig auf die Einwirkung eines Wolfs hin.

Auf einer Alp im Valzeinatal auf dem Gebiet der Gemeinde Trimmis verletzte ein Wolf ein zehn Monate altes Kalb. Es hatte sich in einer Herde von 21 Tieren aufgehalten. Vermutet wird auch hier der Einzelwolf, da sich das Ereignis nach heutigem Kenntnisstand ausserhalb des Streifgebiets eines Rudels ereignet hat.

Graubünden ordnet den Abschuss an

Um dem schadenstiftenden oder verhaltensauffälligen Wolf in Prättigau rasch entgegenzuwirken, hat der Kanton den Abschuss angeordnet. Die entsprechenden Massnahmen sind bereits eingeleitet.

Im Streifgebiet der beiden Wolfsrudel Valgronda und Stagias in der Surselva sei die Schadensschwelle ebenfalls bereits erreicht. Vor einem möglichen Abschuss muss allerdings noch geprüft werden, wie viele Jungtiere das Rudel produziert hat. Auch im Streifgebiet des Beverin-Rudels prüft der Kanton die Voraussetzungen für einen Abschuss.

Voraussetzungen für den Abschuss

Für den Abschuss eines Wolfes respektive die Regulierung eines Rudels müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Unter anderem muss der Wolf eine gewisse Anzahl an Nutztieren innert einer bestimmten Zeit reissen. Diesen Schwellenwert setzte der Bund Mitte Juli herab. Dabei werden nur die Nutztiere gezählt, die auch durch Herdenschutzhunde oder Elektrozäune genügend geschützt waren.

Für den weiteren Herdenschutz wurden Massnahmen wie eine Beratung getroffen, wo unter anderem die Auswahl und der Einsatz von Herdenschutzhunden behandelt werden. Auch eine Regelung zur Geburt auf Weiden wurde in diesem Jahr festgelegt. (sae)

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