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Die St.Galler GLP-Vorzeigefigur verzichtet: Sonja Lüthi will nicht in den Nationalrat

Die GLP erhofft sich vom Wahlherbst einen Sitz im Nationalrat. Noch wartet die Partei allerdings mit der Präsentation der Kandidatinnen und Kandidaten. Mit Sonja Lüthi nimmt sich eine Hoffnungsträgerin aus dem Rennen.
Noemi Heule
Sonja Lüthi nach ihrem Wahlsieg in den St.Galler Stadtrat. Die Vorzeigefigur der GLP will es vorerst bei keinen weiteren Wahlen antreten.

Sonja Lüthi nach ihrem Wahlsieg in den St.Galler Stadtrat. Die Vorzeigefigur der GLP will es vorerst bei keinen weiteren Wahlen antreten.

«Es ist Zeit», mit diesem Slogan zieht die GLP national in den Wahlherbst. Die Ziele der Grünliberalen sind hoch gesteckt: Mindestens zehn Nationalratssitze und landesweit einen Wähleranteil von sieben Prozent. Nach Zürich sieht die Parteispitze in St.Gallen das grösste Wachstumspotenzial.

In St.Gallen aber lassen sich die Grünliberalen Zeit. Keine Liste, keine Namen: Während die Konkurrenz zum Wahlkampf bläst, bleibt es still um die Partei. Mit wem sie in den Nationalrat will, hält sie unter Verschluss, bis im Juni die Nominationsversammlung ansteht. Nur zwei Personalien sind vorab zu erfahren.

Sonja Lüthi konzentriert sich auf den Stadtrat

Nicht auf die Liste setzen will sich mit Sonja Lüthi das derzeit bekannteste Gesicht der Grünliberalen im Kanton. Die Stadträtin will sich auf ihr noch junges Amt und auf die Familie konzentrieren, wie sie auf Anfrage sagt. Ende 2018 wurde sie zum zweiten Mal Mutter, ein Jahr zuvor war sie überraschend in die Stadtregierung gewählt worden. Der glanzvolle Sieg beendete eine Abwärtsspirale der Kleinpartei.

Vor vier Jahren verlor sie mit dem Sitz von Patientenschützerin Margrit Kessler ihren ersten und einziges Nationalratssitz. Vor drei Jahren musste sie drei von fünf Kantonsratsmandaten abtreten. Sonja Lüthi konnte ihren Sitz halten und will sich weiterhin im Kanton einbringen. Dennoch sagt sie:

«Es ist wichtig, dass Städte auch eine Stimme im Nationalrat haben.»

Momentan sei jedoch nicht der richtige Zeitpunkt. Wie es in Zukunft aussieht, diese Frage lässt die 38-Jährige bewusst offen. Dass sie Bundeshaus-Ambitionen hat, zeigte Lüthi bereits in den Wahlen 2015, als sie als Zweitplatzierte für die GLP antrat.

Die Parteipräsidentin will nach Bern

Nur eine Zusage ist bereits bekannt: Nadine Niederhauser, Lüthis Nachfolgerin im Präsidium der St.Galler GLP, will im Oktober antreten, wie die Augenärztin und St.Galler Stadtparlamentarierin bestätigt. Ihr Name steht denn auch auf der parteiübergreifenden Liste, mit der die St.Galler Frauenzentrale den Frauenanteil im Nationalrat erhöhen will.

Die GLP-Parteipräsidentin Nadine Niederhauser lässt sich für die Nationalratswahlen aufstellen. (Bild: PD)

Die GLP-Parteipräsidentin Nadine Niederhauser lässt sich für die Nationalratswahlen aufstellen. (Bild: PD)

Es bleibt bei diesem einen Namen, auch wenn die GLP auf Frauen setzen will, wie Nieder­hauser sagt. Die Liste, die momentan finalisiert werde, soll möglichst ausgewogen sein. Man wollte sich Zeit lassen mit der Rekrutierung und habe sich bereits im Herbst auf eine Nomination im Juni fest gelegt, sagt Nieder­hauser und dementiert Personalprobleme.
Auch mit Margrit Kessler, die nach wie vor eine aktive Rolle in der Partei einnehme, seien Gespräche geführt worden, verrät sie auf Anfrage – allerdings nicht deren Ausgang.

Die GLP will auf der grünen Welle reiten

Neben Kessler verlor die Grüne Yvonne Gilli 2015 ihren Nationalratssitz. Beide wurden Opfer des damaligen Rechtsrutsches. Gilli will es nochmals wissen und tritt als Spitzenkandidatin für die Grünen an. Beide Parteien könnten nun von einem Grünrutsch profitieren, der in diesem Jahr zuletzt die Kantonsratswahlen in Zürich, Baselland und Luzern bestimmte. Während die Grünen von der Klimadebatte profitieren, können die Grünliberalen überdies Mittewähler gewinnen. Politologen stellen ihnen deshalb gute Prognosen für den Wahlherbst aus.

Die GLP ist daher bereits vor Präsentation der Nationalratsliste zuversichtlich, den verlorenen Sitz wettzumachen. Aus eigener Kraft und nicht mit Hilfe von Listenverbindungen. Dafür müsste sie in St.Gallen den von der Parteispitze angestrebten Wähleranteil von sieben Prozent erreichen.

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