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«Ich will das. Ich kann das.»
Nationalrat Marcel Dobler will für die FDP St.Gallen ins Stöckli

Seit dieser Legislatur sitzt Marcel Dobler im Nationalrat – jetzt soll er in den Ständerat wechseln. Die St.Galler FDP lanciert den Unternehmer und ehemaligen Spitzensportler für die Wahlen im Herbst. Dobler fordert im Herbst Paul Rechsteiner (SP) und Benedikt Würth (CVP) heraus.
Regula Weik
Der FDP Ständeratskandidat Marcel Dobler an der Medienkonferenz. (Bild: Benjamin Manser)

Der FDP Ständeratskandidat Marcel Dobler an der Medienkonferenz. (Bild: Benjamin Manser)

«Ich bin die ideale Besetzung» – «Ich fühle mich kompetent» – «Ich habe einen Leistungsausweis». Die Aussagen von Marcel Dobler machen rasch klar: Der Mann will. Und er ist überzeugt, der richtige St. Galler Ständerat zu sein. Einen freien Sitz gibt es zwar nicht, auch im Herbst nicht, wenn die nationalen Wahlen anstehen. SP-Ständerat Paul Rechsteiner hat schon länger angekündigt, dass er weiter in Bern politisieren will. Und die CVP hat gerade eben mit Benedikt Würth der FDP den zweiten Sitz weggeschnappt.


Doblers Partei ist damit erst zum zweiten Mal in ihrer Geschichte nicht mehr in der Kleinen Kammer vertreten. Einzig in der Legislatur von 1971 bis 1975 stand sie bisher abseits; damals hatte sie ihren Sitz an die Sozialdemokraten verloren. Vier Jahre vertraten CVP und SP den Kanton St. Gallen im Ständerat. Diesmal soll deren Gastspiel weit kürzer sein. Das tue not. Aktuell bestehe das St. Galler Ständeratsduo nämlich aus «einem Gewerkschafter im Pensionsalter und einem Regierungsrat». St. Gallen sei derzeit «mit einer Mitte-links-Vertretung im Ständerat» präsent, sagt FDP-Parteipräsident Raphael Frei. Dobler dagegen sei «ein echt bürgerlicher Kandidat».
Ist die Kandidatur des 38-jährigen Nationalrats und Unternehmers demnach ein Angriff auf Rechsteiner? Dobler beantwortet die Frage gleich selber. Es fallen drei Stichworte, die für ihn mit Blick auf den Wahlherbst entscheidend sind: Kompetenz, Richtungswahl, Generationenfrage. Als Angriff auf jemanden will er seine Kandidatur nicht verstanden wissen, vielmehr «als Bewerbung – ich bewerbe mich bei der St. Galler Bevölkerung um das Amt des Ständerats».

Digitec, Franz Carl Weber, Bob und Bern

Dobler ist vor vier Jahren als Nummer 5 auf der FDP-Liste in den Nationalrat gewählt worden – als Quereinsteiger und auf Anhieb. Was er tue, mache er richtig, sagte er damals. Er habe im Wahlkampf Vollgas gegeben. Er wird es nun wieder tun. Einen Vorgeschmack darauf gibt die Bekanntgabe seiner Kandidatur. Dobler wird als Werbegeschenk Batterien verteilen – mit der Botschaft «Power, die wirkt». Verpackt und beschriftet sind sie bereits, obwohl die offizielle Nomination erst Anfang Juni stattfinden wird. Der Unternehmer ist offensichtlich bereit, in den nächsten Monaten Zeit und Geld zu investieren. Zeit, die ihm Anfang Jahr aufgrund der Übernahme der Franz Carl Weber AG noch gefehlt hatte; inzwischen seien «viele richtungsweisende Projekte und Entscheide» aufgegleist.

Marcel Dobler stellt sich den Medien (Bild: Benjamin Manser=

Marcel Dobler stellt sich den Medien (Bild: Benjamin Manser=

Das erlaube ihm, sich «noch stärker für die Politik zu engagieren, sich noch mehr in den Kommissionen einzubringen». Deshalb wolle er in den Ständerat. Wirtschaftspolitik, Infrastruktur, Verkehr, Digitalisierung, Cyber-Sicherheit zählt er einige seiner Kernthemen auf. Letztere zwei Engagements überraschen nicht. Als Unternehmer bekannt wurde Dobler mit dem Onlineanbieter Digitec. Mit 20 gründete er das Unternehmen mit zwei Kollegen in einer 25-Quadratmeter grossen Wohnung; 15 Jahre später zählte es 500 Mitarbeitende und erzielte einen Umsatz von 500 Millionen. 2014 verkauften sie es an die Migros und lösten einen zweistelligen Millionenbetrag. Über den genauen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Er wolle die Anliegen der Bevölkerung, der Wirtschaft und der St. Galler Regierung in Bern einbringen, Lösungen und Kompromisse suchen und «mit Ergebnissen zurückkommen», sagt der zweifache Vater, der mit seiner Familie in Rapperswil wohnt. Dobler ist denn auch vor allem im südlichen Kantonsteil eine Grösse; im Norden ist er nicht allzu bekannt. Dass er Schub geben und in allen Regionen weibeln wird, daran zweifelt die Parteispitze nicht. Er sei ehrgeizig, sagt Dobler. Anders als im Bobsport, wo er als Anschieber unterwegs war, scheint er in der Politik das Steuer selber in die Hand nehmen zu wollen.

Dobler soll für die St. Galler Freisinnigen nicht nur den Ständeratssitz zurückholen; er soll auch mithelfen, die beiden Sitze im Nationalrat zu verteidigen. Als Bisheriger – Walter Müller hat auf Ende Legislatur seinen Rücktritt erklärt – kandidiert er deshalb auch für die grosse Kammer in Bern.

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