NATIONALRAT: «Ich will im Unternehmen bleiben»

Die 33-jährige Unternehmerin Diana Gutjahr rückt für Hansjörg Walter in den Nationalrat nach. Das Milizsystem ist ihr wichtig. Die SVP-Politikerin aus Amriswil will sich hauptsächlich für das Gewerbe einsetzen.

Larissa Flammer
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Die Wahl in den Nationalrat hat Diana Gutjahr vor gut zwei Jahren knapp verpasst. Die 33-Jährige führt mit ihrem Lebenspartner in Romanshorn die Ernst Fischer AG und ist Vizepräsidentin des Thurgauer Gewerbeverbands.

Diana Gutjahr, seit wann konnten Sie sich auf das Nachrücken in den Nationalrat vorbereiten?

Ich habe am Montagmorgen den Anruf von Hansjörg Walter erhalten, in dem er mir mitteilte, dass er per 26. November zurücktreten wird.

Können Sie das Amt mit Ihrer Arbeit in Einklang bringen?

Ich habe mir darüber bereits Gedanken gemacht, als ich mich vor drei Jahren für das Amt als Nationalrätin zur Verfügung gestellt habe. Ich wurde bei meiner ersten Kandidatur in den Kantonsrat gewählt und wusste, dass man damit rechnen muss. Zusammen mit meinem Lebenspartner habe ich damals bereits aufgegleist, wie wir die Arbeit in diesem Fall aufteilen könnten. Ich bin vorbereitet und das Unternehmen wird weitergeführt.

Sie wollen aber weiterhin im Unternehmen tätig bleiben?

Ja, das ist mir sehr wichtig. Ich will weiterhin mit den Chancen und den Problemen, die auf das Unternehmen zukommen, konfrontiert werden. Das Milizsystem ist ein grosser Vorteil für die Schweiz. Nur so kann die Verbindung zwischen Wirtschaft und Politik hergestellt werden.

Bei welchen Themen werden Sie sich im Nationalrat hauptsächlich einbringen?

Ich werde meine Schwerpunkte aus dem Kantonsrat im Nationalrat weiterverfolgen: Das ist sicher der Finanz- und Werkplatz Schweiz, aber auch das duale ­Bildungssystem. Wir haben im Unternehmen selber 13 Lernende, zu denen ich engen Kontakt pflege.

Als Arbeitgeberin setzen Sie sich für die Integration von Flüchtlingen ein. Werden Sie das auch in Bern tun?

Die Integration wird sicher nicht mein Hauptthema sein. Ich sage aber, dass man die Augen nicht vor der vorherrschenden Situation verschliessen kann. Bei meiner Arbeit habe ich versucht, einen Teil zur Integration beizutragen. Es ist aber auch so, dass, wer sich nicht einbringen will, nicht hierher gehört. Mein Hauptaugenmerk als Nationalrätin werde ich aber darauf legen, das Gewerbe zu stärken.

Hansjörg Walter setzte sich neben dem Gewerbe stark für die Landwirtschaft ein. Wie sieht es bei Ihnen damit aus?

Ich muss bei jedem Thema jeweils eine Gesamtbeurteilung vornehmen. Die Landwirtschaft ist ja ebenfalls ein wirtschaftliches Thema und für die Schweiz und insbesondere den Thurgau sehr wichtig. Sie versorgt die Bevölkerung mit gesunden und regionalen Lebensmitteln. Ich werde mich auch hier einbringen.

Sie haben mit 33 Jahren den Sprung in den Nationalrat geschafft. Haben Sie bereits das Ziel, Ständerätin oder gar Bundesrätin zu werden?

Ich bin der Meinung, man darf im Leben nie etwas ausschliessen. Jetzt konzentriere ich aber ganz darauf, vereidigt zu werden und mich im Nationalrat einzuarbeiten.

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch