Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

Nationalrat David Zuberbühler nach der SVP-Niederlage in Ausserrhoden: «Den aufwendigen Wahlkampf von 2015 werde ich nicht wiederholen»

Für die Ausserrhoder SVP sind die Sitzverluste im Kantonsrat ein schlechtes Vorzeichen für die eidgenössischen Wahlen. Das Resultat gebe ihm zu denken, sagt Nationalrat David Zuberbühler. Eine Wahlkampf-Offensive wie 2015 wird er aber nicht starten.
Adrian Vögele, Bern
David Zuberbühler am Rednerpult im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

David Zuberbühler am Rednerpult im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Hat Sie das Wahlresultat der SVP am Sonntag in Ausserrhoden überrascht?

David Zuberbühler: Ich habe Verluste erwartet, allerdings nicht in diesem Ausmass. In Teufen und Wolfhalden haben wir es nicht geschafft, abtretende Kantonsräte zu ersetzen. In Wolfhalden beispielsweise musste gar die Gemeinde selbst ein Inserat schalten, weil Kandidaten fehlten. In etlichen Gemeinden konnten wir gar nicht erst antreten und mussten den Sitz kampflos anderen Parteien überlassen. In Herisau mussten wir Federn lassen, weil erstmals der Gewerbeverein mit einer eigenen Liste angetreten ist. So sind fünf Sitze natürlich schnell verloren.

Im Herbst geht es um Ihre Wiederwahl in den Nationalrat. Sind Sie nervös?

Ich mache mir natürlich schon Gedanken, auch wenn die Gesamterneuerungswahlen nichts mit der Nationalratswahl zu tun haben. Aber ich wurde 2015 nicht unbedingt gewählt, weil ich in der SVP politisiere, sondern weil ich «dä Zubi» bin. Das zeigt sich auch daran, dass ich 36 Prozent der Stimmen erhalten habe, was weit über unserem Wähleranteil liegt. Man kennt mich im Kanton ­– ich bin mir stets treu geblieben und habe versucht, hier in Bern eine gute und seriöse Arbeit zu leisten. Gewissenhaft und ohne Selbstinszenierung. Dieses Amt ausüben zu dürfen, ist schliesslich ein grosses Privileg.

Werden Sie nun verstärkt Wahlkampf betreiben nach dem Ergebnis vom Sonntag?

Nein. Ich habe vor dreieinhalb Jahren einen sehr aufwendigen Wahlkampf gemacht – in diesem Stil werde ich das nicht wiederholen, nur schon aus zeitlichen Gründen. Ich bin sicher, dass die Leute beurteilen können, ob ich hier in Bern seriöse Arbeit leiste. Gleichzeitig kann ich stets mit bestem Gewissen sagen, dass ich mich eingesetzt habe. So gehöre ich zu jenen Parlamentariern, die am fleissigsten an Abstimmungen teilnehmen. Wenn nun aber die Bevölkerung diese Aufgabe jemand anderem übertragen möchte, dann würde ich das als Demokrat natürlich akzeptieren..

Hoffen Sie auf einen Überraschungscoup wie 2015?

Meine Hoffnung besteht darin, dass meine Arbeit in Bern von der Stimmbevölkerung honoriert wird. Ich bin bereit für eine weitere Legislatur. Der Rest liegt nicht in meinen Händen.

Sie sind der einzige Ausserrhoder Vertreter im Nationalrat. Wie werden Sie dieser Aufgabe gerecht?

Mit dem Amt ist viel Befriedigung, aber auch ein riesiger Druck verbunden. Mir ist bewusst, dass ich nicht sämtliche Bedürfnisse und Meinungen im Kanton abdecken kann. Man muss auch sehen, dass die Rolle eines Nationalrates eine andere ist als die eines Ständerates. Ständeräte verstehen sich als reine Kantonsvertreter. Deshalb spielt die politische Couleur der einzelnen Mitglieder weniger eine Rolle als im Nationalrat, wo Fraktionsdisziplin immer wieder gefragt ist.

Und wenn es in einer Abstimmung direkt um Ausserrhoden geht?

Mit liegt Appenzell Ausserrhoden am Herzen und diesem Kanton fühle ich mich verpflichtet. Bei Bundesthemen, die für unseren Kanton von zentraler Bedeutung sind, stimme ich zugunsten des Kantons. Ich setze mich aber auch dafür ein, dass unser Kanton in Bern gehört wird. Zusammen mit Ständerat Andrea Caroni übe ich zum Beispiel Druck auf den Bund aus, um interessante Infrastrukturprojekte – wie etwa den neuen Autobahnzubringer für das Appenzellerland – voranzutreiben. Von diesem Zusammenspiel erfährt die Öffentlichkeit meist nichts.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.