NAMENSVETTER: «Ich bin komplett unmusikalisch»

Der Thurgauer Peter Reber hört gerne Musik – unter anderem auch die von Fernweh geprägten Lieder des gleichnamigen Berner Sängers. Das grosse Glück weit weg suchen, das kam für Reber aber nie in Frage.

Daniel Walt
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Peter Reber, Erlen, mit einem Bild seines berühmten Namensvetters auf dem Tablet. (Bild: Reto Martin)

Peter Reber, Erlen, mit einem Bild seines berühmten Namensvetters auf dem Tablet. (Bild: Reto Martin)

Daniel Walt

daniel.walt@tagblatt.ch

Das Rauschen des Meeres, ein einsamer Sandstrand, die Kinder von Kolumbus, Bahamamama und Grüeni Banane: Der Name Peter Reber ruft unweigerlich Karibikgefühle hervor. Während sieben Jahren schipperte der Schweizer Mundart-Sänger in den 1980er-Jahren mit dem Segelschiff «Cindy» über die Weltmeere, übermittelte von unterwegs reihenweise Ferienfeeling-Songs mit Hitpotenzial in unser Land. Und der Berner traf damit den Nerv vieler Schweizerinnen und Schweizer, die den grauen Alltag hierzulande leid waren.

Peter Reber aus dem thurgauischen Erlen hat weder mit Segeltörns auf dem Atlantik noch mit der Karibik etwas am Hut. «Ich bin nicht abenteuerlustig, sondern eher der Sicherheitstyp, der gerne weiss, was morgen ist», sagt der 52-Jährige, der seit 22 Jahren als Schreiner und Arbeitsagoge in einer sozialen Institution im Oberthurgau beschäftigt ist.

«Das reicht mir vollauf»

Schon als Bub im Teenageralter merkte der in Hohentannen aufgewachsene Peter Reber, dass es in der Schweizer Showszene einen Musiker gab, der gleich hiess wie er. «Ich erinnere mich daran, dass Reber mit seinem Trio Peter, Sue und Marc einmal im Speisesaal der Konservenfabrik Bischofszell auftrat», blickt er zurück. Seine Mutter nahm ihn mit ans Konzert seines Namensvetters. Und er fand durchaus Gefallen an den englischen Songs, die er da hörte, obwohl er zu jener Zeit Pop und Rock bevorzugte. Den Mut, ein Autogramm von Peter Reber zu holen, hatte er damals allerdings nicht.

Auch die nach der Auflösung von Peter, Sue und Marc beginnende Mundart-Solokarriere seines Namensvetters verfolgte Peter Reber wohlwollend. «An seinen Liedern gefällt mir das Gemütliche, das sicher auch mit dem Berner Dialekt zusammenhängt», sagt Reber, der sich selbst als «komplett unmusikalisch» bezeichnet. Fernweh liessen die Titel seines Namensvetters in ihm aber nur in sehr beschränktem Masse aufkommen.

Sie haben den gleichen Bürgerort

Der Thurgauer ging in seiner Rolle als Familienvater, Eigenheimbesitzer und Berufsmann völlig auf. Das ganz grosse Glück in der Ferne wie sein Berner Namensvetter habe er nie gesucht, bekennt er denn auch freimütig. «Ich bin gesund, habe eine Familie, einen tollen Job und ein schönes Haus. Das reicht mir vollauf.»

Angesprochen auf die Namensgleichheit wurde der Thurgauer Peter Reber in seinem Leben schon häufig. In seiner Jugend hätten es die Kollegen cool gefunden, dass er gleich heisse wie ein Sänger, blickt er zurück. Heute werde er teilweise gefragt, ob er verwandt sei mit dem Berner Musiker. «Zumindest haben wir mit Schangnau im Emmental denselben Bürgerort», sagt Reber. «Hesch en berüehmte Maa!», bekommt auch Rebers Frau ab und an scherzhaft zu hören. Da sich die beiden aber schon in der Schule kannten, war die Namensgleichheit nie ein grosses Thema bei ihnen.

USA und Kanada statt Karibik

Peter Reber, der singende Berner mit Fernweh, und Peter Reber, der heimatverbundene Schreiner und Arbeitsagoge aus dem Thurgau: Den Namen und den Bürgerort haben sie gemeinsam. Viel mehr aber auch nicht. «Peter Reber ist für mich ein sympathisch wirkender Namensvetter – einfach einer, der berühmt ist», sagt der 52-jährige Thurgauer dazu. Und lässt schliesslich durchblicken, dass es da schon noch einen Traum gibt, den er sich fernab der Heimat irgendwann erfüllen möchte: «Ich möchte gerne in die USA und nach Kanada gehen. Die Weite und die Naturparks dort würden meine Frau und ich gerne einmal erleben.» Um aber sogleich nachzuschieben, dass ihm ein paar Wochen dort vollends reichen würden – «dort zu leben, das wäre dann definitiv ein anderes Paar Schuhe».

Sie tragen einen bekannten Namen

In der Ostschweiz leben Menschen, die gleich heissen wie Prominente. Wir porträtieren in loser Folge einige. Schon erschienen: Roger Federer aus Widnau (21. März), Susanne Kunz aus Raperswilen (31. März), Bernhard Thurnherr aus Heiden (5. April). (dwa)