Nacktbilder von Kindern: Strafmass für 66-jährigen Schweizer deutlich erhöht

Vor einem Jahr ist ein Mann wegen Kinderpornografie zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Nun befasste sich das Kantonsgericht St.Gallen und erhöhte das Strafmass für den pädophilen Mann um 2,5 auf 10,5 Jahre.

Claudia Schmid
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Die Berufungsverhandlung fand am letzten Freitag am Kantonsgericht St.Gallen statt.

Die Berufungsverhandlung fand am letzten Freitag am Kantonsgericht St.Gallen statt.

Bild: Ralph Ribi

Das Kreisgericht Toggenburg hatte den 66-jährigen Schweizer Mitte August letzten Jahres zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Sowohl die Verteidigung als auch die Anklage appellierten dagegen. Die Verteidigung verlangte an der Berufungsverhandlung vom vergangenen Freitag eine mildere Strafe und die sofortige Entlassung aus dem Strafvollzug. Die Staatsanwaltschaft beantragte hingegen zusätzliche Schuldsprüche, eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme.

Mann verbleibt im vorzeitigen Strafvollzug

Nun hat das Kantonsgericht St.Gallen sein Urteil schriftlich bekannt gegeben. Es hat den Mann der sexuellen Nötigung, der Schändung, der sexuellen Handlungen mit Kindern, der Pornografie sowie der Anstiftung zu sexuellen Handlungen mit einem Kind und zur Herstellung von Pornografie schuldig erklärt. Das Strafmass hat es gegenüber der Vorinstanz um 2,5 Jahre auf 10,5 Jahre erhöht. Zudem ordnete es eine vollzugsbegleitende ambulante Therapie an. Damit verbleibt der Beschuldigte im vorzeitigen Strafvollzug.

In der Begründung des Urteils weist das Kantonsgericht St.Gallen darauf hin, dass der Beschuldigte die Vorwürfe nicht bestritten hat. Psychiatrische Gutachten gingen zudem von einer Rückfallgefahr aus. Da eine ambulante Massnahme angeordnet werde, sei eine Fortführung der Haft verhältnismässig. Eine intensive Therapie werde weiterhin als geeignet erachtet, um die ausgewiesene Rückfallgefahr massgeblich senken zu können. Das Urteil ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig.

3000 pornografische Fotos und Filme

Im Wesentlichen wurde dem Mann vorgeworfen, zwei Mädchen sexuell missbraucht und davon Aufnahmen gemacht zu haben. Zudem soll er eine Mutter aus der Ukraine angestiftet haben, pornografische Bilder ihrer minderjährigen Tochter zu machen. Gesamthaft ging es um rund 3000 pornografische Fotos und Filme von fünf- bis zwölfjährigen Mädchen, die aus Polen, der Slowakei und der Ukraine stammten.

An der Berufungsverhandlung hatte der Beschuldigte erklärt, er bereue seine Taten. An seine eigenen Töchter habe er während des Missbrauchs der minderjährigen Mädchen nicht gedacht. Er sei froh um die ambulante Therapie, die er seit seiner Verhaftung und dem vorzeitigen Strafvollzug besuche. Er verstehe nun sich selber und seine Taten besser.