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Nachtclubbesitzer schändet Tänzerin

Die St. Galler Justiz hat einen Nachtclubbesitzer zu Recht wegen Schändung zu 28 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann hatte eine seiner Tänzerinnen, die unter Einfluss von Alkohol oder K. o.-Tropfen stand, im Auto vergewaltigt.

Der Fall geht ins Jahr 2003 zurück. Damals nahm eine Tänzerin in einem Nachtclub das Angebot ihres Chefs an, an einem Polterabend zu tanzen. Nach verschiedenen Auftritten wurde die Tänzerin von ihrem Chef zum Nachtclub zurückgefahren. Auf dieser Rückfahrt befand sich die Tänzerin laut ihren Aussagen in einer Art Schlafzustand. Diese Benommenheit beziehungsweise dieser Schlafzustand führte das St. Galler Kantonsgericht auf übermässigen Alkoholkonsum oder aber auf die Verabreichung von K. o.-Tropfen zurück. Die St. Galler Justiz warf dem Nachtclubbesitzer vor, diesen Zustand ausgenutzt und die wehrlose Tänzerin auf der Heimfahrt vergewaltigt zu haben.

Wehrloses Opfer missbraucht

Das St. Galler Kantonsgericht verurteilte den Nachtclubbesitzer wegen Schändung – und einer Veruntreuung – zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, wobei sechs Monate davon abzusitzen sind. Die restlichen 22 Monate wurden auf Bewährung ausgesetzt. Das Gericht befand, dass der Nachtclubbesitzer den Schlafzustand ausgenutzt und die dadurch wehrlose Tänzerin vergewaltigt hatte. Vergeblich versuchte der Nachtclubbesitzer seine Tat mit der Aussage zu rechtfertigen, die Frau habe in ihrem Dämmerzustand auf Fragen immer «ja, ja» gesagt. Laut Bundesgericht waren dem Nachtclubbesitzer auf der Heimfahrt der Zustand seiner Tänzerin und ihre bedingte Wehrlosigkeit bekannt. Dass die Tänzerin zu allem «ja, ja» sagte, war laut Bundesgericht Ausdruck ihrer Benommenheit und stellte keine Einwilligung zum Geschlechtsverkehr dar.

Keine Spuren

Auch der Umstand, dass ein Gutachten des Gerichtsmedizinischen Instituts des Kantonsspitals St. Gallen im Zeitpunkt der Blutentnahme – zwölf Stunden nach der Schändung – weder Spuren von Alkohol- noch von K. o.-Tropfen feststellen konnte, nützte dem Angeklagten nichts. Das schliesse einen Alkoholkonsum oder die Einnahme von K. o.-Tropfen in der Tatnacht nicht aus. Die Verurteilung des Nachtclubbesitzers geht deshalb auch für das Bundesgericht in Ordnung. (upi)

Urteil 6B_194/2012 (vom 17.7.2012)

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