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NACHLASS: Geldsegen für Online-Bildung

Der Kanton Thurgau freut sich über eine Erbschaft von über sechs Millionen. Nun ist klar, wem das Geld zugute kommt.

Nach dem letzten Willen des Erblassers Walter Enggist muss das Geld für die Kantonsbibliothek und die Archäologie verwendet werden. Es soll nun in Online-Bildung und Forschung investiert werden. «Wir waren sehr überrascht und erfreut über das Erbe», sagte Hansjörg Brem, Kantonsarchäologe, am Donnerstag vor den Medien. Das Geld solle langfristig und nachhaltig investiert und mit einem Leistungsauftrag für besondere Aufgaben verwendet werden. Die Schätze heben, präsentieren und Fragen beantworten. Diesem Grundsatz wolle das Amt für Archäologie mit dem Erbe nachleben, sagte Brem. Ein erstes Projekt widme sich der Klimaforschung vom Spätglazial bis heute.

Die Kantonsbibliothek will die Mittel – gut drei Millionen – für Digitalisierungen einsetzen und die Zugänglichkeit historischer Bestände und wissenschaftlicher Literatur erhöhen. «Wir wollen, dass möglichst viele Menschen möglichst einfach an unsere Bestände kommen», sagte Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann. Konkret sollen «Thurgauer Zeitungen» aus dem 19. Jahrhundert und Sprachkurse in 30 Sprachen online gestellt werden. Zudem werde die Bibliothek rund 70000 historische Bücher in einen Online-Katalog aufnehmen, sagte Bertelsmann.

Neuer Preis für junge Forscher

Ein Teil des Erbes wird für einen neuen Forschungspreis, den Walter-Enggist-Preis, eingesetzt. Ausgezeichnet werden sollen wissenschaftliche Arbeiten, die einen inhaltlichen oder personellen Bezug zum Thurgau haben. Der Preis wird jeweils im Herbst verliehen und ist mit 15000 Franken dotiert. «Das Preisgeld ist für einen wissenschaftlichen Preis sehr hoch», sagte Urs Schwager, Chef des Amts für Mittel- und Hochschulen. Ziel sei, Nachwuchswissenschaftern eine Karriere zu ermöglichen.

Den Erblasser, der in Frauenfeld geboren wurde und zeitlebens dort wohnte, hatte praktisch niemand gekannt. Enggist war ein hochbegabter Informatiker, den die Lehrer gefördert hatten. «Heute würde man ihn als Nerd bezeichnen», sagte Brem. Enggist war Bauingenieur ETH; er gründete eine Softwarefirma. Er starb im Juni 2016 im Alter von 68 Jahren. Bereits 2008 hatte er in seinem Testament verfügt, dass das gesamte Vermögen je zur Hälfte der Kantonsbibliothek und dem Amt für Archäologie ­zukommt. Seine einzige Bedingung: die Sicherstellung der Grabpflege. (sda)

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