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Nachfrage nach Therapieplätzen steigt

Unterversorgung Durchschnittlich sieben Wochen dauert es, bis Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen einen Behandlungsplatz erhalten. Die Wartezeit ist damit «signifikant länger als bei Erwachsenenpsychiatern», heisst es in einer im vergangenen Oktober veröffentlichten Studie zur Versorgungssituation psychischer kranker Menschen in der Schweiz. «Kinder und Jugendliche müssen im Vergleich zu Erwachsenen nicht nur häufiger, sondern durchschnittlich auch länger auf einen Therapieplatz, eine Abklärung oder eine Behandlung warten.»

Die im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit erstellte Studie kommt zum Schluss, dass es eine «deutliche Unter- und Fehlversorgung» von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen gibt. Diese betreffe sämtliche Angebote: niedergelassene Fachärzte, Ambulatorien, Tageskliniken und stationäre Behandlungsplätze.

Es mangelt an Nachwuchs

Alain Di Gallo, Co-Präsident der Schweizer Kinder- und Jugendpsychiater, sieht einen der Gründe für den Engpass in der wachsenden Nachfrage nach Behandlungsplätzen. «Es gibt zwar keine Hinweise, dass psychische Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen zugenommen haben», sagt er. Die Sensibilität sei jedoch grösser geworden, die Angebote würden mehr in Anspruch genommen. «Das ist in keiner Weise ein Luxus, sondern eine medizinische Notwendigkeit», so Di Gallo. Etwa jedes zehnte Kind leide an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Eine umfassende Diagnostik und Therapie dieser Störungen schränkten laut Di Gallo die Möglichkeit der Therapeuten ein, ständig neue Patienten aufzunehmen. Und ein Ausbau des therapeutischen Angebots ist nicht in Sicht. «Das Durchschnittsalter der Kinder- und Jugendpsychiater in den Praxen liegt bei über 55 Jahren. Und es mangelt an Nachwuchs», sagt Di Gallo. Nicht jedes psychisch belastete Kind brauche einen Psychiater. Deshalb müssten alle Fachpersonen und -stellen ihre Angebote koordinieren, um die vorhandenen Ressourcen effizient zu nutzen.

Positiv ist laut Di Gallo, dass künftig nicht nur psychiatrische, sondern auch psychologische Therapien von der Grundversicherung der Krankenkassen übernommen werden sollen. Das könnte die Situation vor allem für finanziell schlechter gestellte Familien verbessern, die heute von der Unterversorgung besonders stark betroffen sind. Heute muss eine Behandlung bei einem freischaffenden Psychologen aus der eigenen Tasche bezahlt oder mit einer Zusatzversicherung abgedeckt werden. (hae)

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