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Nachfolge von Karin Keller-Sutter: Sieben wären gerne Ständerat

Der freie St.Galler Ständeratssitz ist begehrt. Kurz vor Ablauf der Eingabefrist hat sich ein weiterer Kandidat gemeldet: der parteilose Rheintaler Alex Pfister. Damit ist die Ausgangslage geklärt.
Regula Weik
Diese zwei Frauen und fünf Männer würden gerne neu den Kanton St. Gallen im Ständerat vertreten. (Grafik: sbu)

Diese zwei Frauen und fünf Männer würden gerne neu den Kanton St. Gallen im Ständerat vertreten. (Grafik: sbu)

Die Wahl von Karin Keller-Sutter in den Bundesrat hatte sich abgezeichnet. Die Parteien hatten genügend Zeit, sich Gedanken über ihre Nachfolge im Ständerat zu machen. Wie sich jetzt zeigt: Der Sitz ist begehrt. Zwei Frauen und fünf Männer wollen Keller-Sutter beerben. Die Ausmarchung findet – in erster Runde – am 10. März statt. Dabei sind: Sarah Bösch (St.Gallen, parteilos), Mike Egger (Berneck, SVP), Andreas Graf (Steinach, parteifrei SG), Alex Pfister (Widnau, parteilos), Susanne Vincenz-Stauffacher (Abtwil, FDP), Benedikt Würth (Rapperswil-Jona, CVP) und Patrick Ziltener (St.Gallen, Grüne).

Als letzter Kandidat ist der Rheintaler Pfister zum Kreis der interessierten KKS-Nachfolger gestossen. Er wird dieses Jahr 40, ist zweifacher Familienvater und arbeitet als selbstständiger Generalagent einer nationalen Versicherung. Pfister kandidiert erstmals für ein politisches Amt und ist parteilos. Dem war nicht immer so. 2009 half er bei der Gründung der St.Galler BDP mit und war deren Co-Vizepräsident.

Doch seine Begeisterung für die Partei erlitt einen herben Dämpfer bei den Nationalratswahlen 2011. Die nationale Mutterpartei habe sie zu Listenverbindungen aufgefordert, später seien sie zurückgepfiffen worden. Solche «parteipolitische Taktik» sei ihm zuwider, sagt Pfister. Er kehrte wenig später der Partei den Rücken.

«Ich will mein eigenes Profil schärfen und nicht mehr nach einem Parteiprogramm politisieren.»

Es müsse gelingen, die Politikverdrossenheit jüngerer Mitbürgerinnen und Mitbürger zu knacken, sagt Pfister. Seine Kandidatur sei «absolut ernsthaft»; er taktiere damit auch nicht – «ich habe aktuell keine Nationalrats- oder Kantonsratsambitionen».

Ein Schwergewicht und viele Interessierte

So breit die Auswahl für die Wählerinnen und Wähler auch ist: Ein politisches Schwergewicht hat einzig die CVP nominiert. Regierungsrat und Finanzchef Würth ist nicht nur im Kanton anerkannt; er kennt sich als Chef der Konferenz der Kantonsregierungen auch in der Bundespolitik aus.

Den Freisinnigen dagegen scheint es an bekanntem und profiliertem Personal zu fehlen, um ihren Sitz in der kleinen Kammer verteidigen zu können. Sie schicken mit Vincenz-Stauffacher eine Kandidatin ins Rennen, die kaum über politische Erfahrung verfügt; sie gehört erst seit Herbst dem Kantonsparlament an. Die Partei dürfte nicht zuletzt auf die Karte Frau gesetzt haben, doch da pfuschte ihnen die parteilose Sarah Bösch ins Handwerk: Vincenz-Stauffacher ist nicht die einzige Kandidatin. Auch die SVP drängt einmal mehr ins Stöckli – mit Mike Egger, Fleischfachmann und Kantonsrat. Dass seine Chance mässig ist, weiss auch seine Partei. Es dürfte ihr vor allem darum gehen, die Wiederwahl des Neo-Nationalrats im Herbst zu sichern.

Verliert die FDP ihren Sitz, wäre sie erst zum zweiten Mal in ihrer Geschichte nicht im Ständerat vertreten. 1971 bis 1975 blieb sie aussen vor; sie hatte den Sitz an die SP verloren. Schafft Würth den Sprung, würde er mit Paul Rechsteiner das neue St.Galler Duo bilden – mit jenem Sozialdemokraten, der 2011 die CVP aus dem Ständerat verdrängt hatte.

SP gibt keine Wahlempfehlung ab

Die St.Galler SP kann als einzige grosse Partei im Kanton der Ersatzwahl für den freien Ständeratssitz ruhig entgegensehen. Sie ist mit Paul Rechsteiner in der kleinen Kammer in Bern vertreten – und sein Sitz steht im März nicht zur Disposition. Der Partei geht es denn auch primär um die Verteidigung ihres Sitzes in den nationalen Wahlen im Herbst; Rechsteiner hat bereits vor einiger Zeit klargemacht, dass er nochmals antreten wird.

Die aktuelle Wahlempfehlung dürfte die SP nicht gefasst haben, ohne die Herbstwahlen vor Augen zu haben. So kommt es, dass die SP für den ersten Wahlgang im März keine Wahlempfehlung abgibt. Sie habe «grosse Sympathien» für den Patrick Ziltener, Kandidat der Grünen, schreibt die Partei. Innerhalb der Parteibasis gebe es aber auch Stimmen für FDP-Kandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher. Und auch CVP-Kandidat Benedikt Würth werde aus der Basis «gewisse Unterstützung» erhalten. (rw)

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