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Nach Vorwürfen gegen Thomas Bieger: HSG-Studierende stellen sich hinter ihren Rektor

Die Vorwürfe gegen HSG-Rektor Thomas Bieger wegen Marktmanipulation geben zu reden - in den Medien, im Netz, in der Politik. Und: auf dem Campus. Von dort bekommt Rektor Bieger jetzt Rückenwind.
Linda Müntener
Der HSG-Rektor und Verwaltungsratspräsident der Jungfraubahn Holding AG, Thomas Bieger, steht in der Kritik. (Bild: Michel Canonica)

Der HSG-Rektor und Verwaltungsratspräsident der Jungfraubahn Holding AG, Thomas Bieger, steht in der Kritik. (Bild: Michel Canonica)

Fabian Kleeb holt in seinem Kommentar zum Rundumschlag aus. Die Berichterstattung über die «lausigen» Vorwürfe gegen Rektor Thomas Bieger komme einer «HSG-Hetzjagd» gleich, schreibt der Chefredaktor des Studentenmagazins Prisma: «Selbst Hollywood könnte das Bild des manipulierenden HSGlers nicht besser als das Tagblatt und Co. in Szene setzen.» Der Student stellt sich hinter seinen Rektor. Und ist damit nicht allein.

Die HSG ist in diesen Tagen in die Schlagzeilen gekommen. Wieder hat sich ein Professor fragwürdig verhalten, dieses Mal ist es der oberste Repräsentant der Universität. Denn Thomas Bieger ist nicht nur Rektor der Bildungsinstitution, er ist auch Verwaltungsratspräsident der Jungfraubahn Holding AG. Diese wurde von der Finanzmarktaufsicht wegen Verstössen gegen das Verbot der Marktmanipulation aufsichtsrechtlich gerügt.

Die Vorwürfe gegen Bieger werden auch auf dem Campus und in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Jodel kommentiert. Jemand hat den Hashtag #jesuisbieger ins Leben gerufen - eine Abwandlung des Slogans #jesuischarlie, der nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung Charlie Hebdo entstand und die Solidarität mit den Opfern zum Ausdruck bringen sollte. Die HSGler solidarisieren sich mit ihrem Rektor. Oder wie es in einem Beitrag heisst: «Wenn die entire university steht hinter their Rektor.»

«Die Ressourcen sollten für die Studierenden eingesetzt werden»

Dem HSG-Studentenmagazin Prisma ist das nicht entgangen. «Wir wurden über die sozialen Netzwerke darauf aufmerksam, dass die Studierenden wegen der Berichterstattung über die HSG besorgt sind», sagt Darya Vasylyeva, die den Online-Auftritt von Prisma verantwortet. In einem Kommentar und einem Artikel thematisiert das HSG-Studentenmagazin die Berichterstattung über den Rektor. Vasylyeva schreibt darin von einer Solidaritätsbewegung. Natürlich gebe es auch solche, die Biegers Verhalten als Verwaltungsratspräsident kritisch beurteilten.

Die Medien verkauften das Bild eines gescheiterten HSG-Funktionärs, heisst es in einem Prisma-Artikel: «Das Tagblatt und die restlichen Medien tragen damit zu einem Reputationsschaden der HSG bei.» Es würden Stunden für Medienmitteilungen, Stellungnahmen und E Mail-Bewirtschaftung «verschwendet». «Ressourcen, die für die Studierenden eingesetzt werden sollten.» Das stehe in keinem Verhältnis zu dem, was vorgefallen sei, heisst es weiter. Für Prisma-Chefredaktor Fabian Kleeb kommt die Berichterstattung einer Vorverurteilung gleich.

«Den Studierenden ist bewusst, dass Thomas Bieger in dieser Sache Rede und Antwort stehen muss», sagt Prisma-Präsident Alessandro Massaro. Der Rektor Thomas Bieger und der Verwaltungsratspräsident Thomas Bieger seien für viele aber zwei verschiedene Personen. «Praxisnähe ist gut und für die HSG wichtig», sagt Massaro. «Mit der HSG hat dieser Fall nichts zu tun. Diese Unterscheidung wird in den Medien nicht gemacht.» Das sehen nicht alle so, wie die Forderungen der St. Galler Parteien nach mehr Transparenz und Kommunikation von letzter Woche zeigen. «Die fragwürdigen Vorfälle mit Führungspersonen und Exponenten der Universität wiegen schwer. Sie schaden dem Image und der Ausstrahlung der HSG massiv», sagte etwa Patrick Dürr, der Präsident der St. Galler CVP.

Am Rosenberg ist man das «HSG-Bashing» leid

Massaro und Kleeb erleben Thomas Bieger - wie viele andere der rund 8500 Studenten auch - als zugänglichen Rektor. Als einen, der jeden Tag mit dem Velo zur Uni radelt und seine Studierenden grüsst. Nachdem die Vorwürfe publik wurden, nahm sich Bieger in der zweiten Erstsemester-Vorlesung eine Viertelstunde Zeit für Fragen. «Das ist nicht selbstverständlich», sagt Massaro. Und es trage sicherlich dazu bei, dass sich so viele Studierende mit ihrem Rektor solidarisierten. «Bei der Spesenaffäre war das umgekehrt», sagt Fabian Kleeb.

Ohnehin seien die Studierenden das allgemeine «HSG-Bashing» leid. Seit Jahren versuchten die Medien, das Klischee der moralisch verlorenen elitären Talentschmiede am Rosenberg zu zementieren. «Das hat mit der Realität und den Werten der HSG absolut nichts zu tun», sagt Massaro. Die Berichterstattung über die Causa Bieger sei für viele der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe.

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