Nach Swisswindows-Pleite: Jetzt geht auch Fensterbauer Ruchti Konkurs – Standort in Oberriet mit 17 Mitarbeitenden betroffen

Die Thuner Ruchti Aerni AG hat Konkurs angemeldet. Betroffen sind auch 17 Mitarbeitende am Standort Oberriet.

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Nach Swisswindows meldet auch die Fensterbaufirma Ruchti Aerni AG Konkurs an. Betroffen sind 17 Angestellt in Oberriet.

Nach Swisswindows meldet auch die Fensterbaufirma Ruchti Aerni AG Konkurs an. Betroffen sind 17 Angestellt in Oberriet.

(Symbolbild: Hannes Thalmann)

(lim/T.F.) Das vorab im Fensterbau tätige Unternehmen Ruchti Aerni AG hat Konkurs angemeldet. Betroffen sind 220 Angestellte am Hauptsitz in Thun, in Arisdorf BL, in Oberriet SG und in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Inhaber und Geschäftsführer Daniel Ruchti habe bis zuletzt gehofft, einen Investor zu finden, teilt das Unternehmen mit.

Der Oberrieter Standort von Ruchti Aerni wird als zentrale Anlaufstelle für Fenster und Türen (Beratung, Montage usw.) beschrieben. Betroffen vom Unternehmenskonkurs sind hier 17 Mitarbeitende, davon 10 Monteure. Wie Geschäftsleitungsmitglied Kristina Wessely auf Anfrage sagt, hätten in Oberriet erfreulicherweise zwei Drittel der Betroffenen bereits wieder einen neuen Job oder etwas Konkretes in Aussicht.

Druck am Markt wurde zusehends grösser

Der Fenstermarkt sei ab 2010 zunehmend herausfordernd geworden, erklärt das Unternehmen zum Konkurs. Die negative Marktentwicklung im Fensterbau habe sich in den letzten drei Jahren dann erneut zugespitzt. Dies führte zu einem stark defizitären Geschäftsbereich Kunststoff-Fenster. Nicht nur die Produktionskosten von Kunststoff-Fenstern hätten sich auf europäisches Niveau angeglichen. «Auch die für den Projektablauf nötigen Dienstleistungen gerieten unter immer höheren Preisdruck.» Professionelle Bauträger seien nicht mehr bereit, die Dienstleistungen angemessen zu bezahlen, analysiert die Firmenleitung. Trotzdem seien die umfangreichen planerischen und organisatorischen Aufgaben in immer grösserem Masse in Anspruch genommen worden.

Andere Bereiche von Ruchti Aerni, vorab der Metallbau, entwickelten sich den Angaben zufolge ausgesprochen positiv. Eine alleinige Weiterführung dieser Sparte sei wegen der Schuldensituation insgesamt nicht möglich gewesen. Betont wird, dass es Geschäftsleiter Daniel Ruchti ein Anliegen gewesen sei, allen Mitarbeitenden den letzten Lohn und alle Sozialleistungen fristgerecht zahlen zu können. Ruchti vermutet, dass der Fensterbau sich in Zukunft auf grosse europäisch agierende Produzenten reduzieren wird, die lokal tätige Dienstleistungsbetriebe direkt beliefern.

Auch Swisswindows geht Konkurs

Schon vergangene Woche kam es zum Knall in der Fensterbranche. Der Fensterbauer Swisswindows mit Hauptsitz in Mörschwil meldete Konkurs an. Neben der schwierigen wirtschaftlichen Situation kam es dort zu einem Produktionsausfall wegen einer Cyberattacke, heisst es seitens der Geschäftsleitung. Von der Swisswindows-Pleite sind 170 Mitarbeitende betroffen.

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