Nach Schussabgabe bei Filmdreh in Rapperswil: Der Produzent hatte für die Waffenszene keine Bewilligung

Mitte Januar kam es während Filmaufnahmen in Rapperswil-Jona zu einem Unfall – drei Schauspieler wurden verletzt. Jetzt wird bekannt: Der Filmproduzent hatte für die Waffenszene gar keine Bewilligung.

Noémie Bont
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Wieso die Schiesserei-Szene während den Filmaufnahmen ausser Kontrolle geriet, kann sich auch heute, fast einen Monat nach dem Unfall, noch niemand erklären. Während der Filmproduzent Peter Organ (43) einen Fabrikationsfehler beim Knallpatronen-Hersteller vermutet, überprüft dies zurzeit die Staatsanwaltschaft St.Gallen. Fakt ist aber: Drei Personen haben sich verletzt und die Filmszene hätte gar nicht stattfinden dürfen.

Schiesserei war nicht angemeldet

Der Filmdreh mit Waffen war weder bei der Kantonspolizei St.Gallen noch bei der Stadtverwaltung in Rapperswil-Jona angemeldet. «Gemäss Polizeireglement hätten die Verantwortlichen für den Filmdreh auf öffentlichem Grund aber eine Bewilligung gebraucht», sagt Beatrice Giger, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft St.Gallen. Die Filmszenen wurden teils auf öffentlichen Strassen, in der Nähe der Boomerang Bar, aufgenommen. «Das könnte für den Filmproduzenten Konsequenzen haben», so Giger.

Filmproduzent streitet Vorwürfe ab

Direkt nach dem Unfall wurde bereits über eine nicht vorhandene Bewilligung von Peter Organ spekuliert. Als FM1Today den Produzenten anfangs Februar mit den Vorwürfen konfrontierte, stritt er diese ab. Er und seine Chefs seien überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. «Für die gebrauchten Waffen am Dreh hatte ich eine Bewilligung. Die Sicherheit der Schauspieler steht immer an oberster Stelle.»

Schauspieler erlitten schwere Verletzungen

Nun ist auch bekannt, wie schwer sich die drei Schauspieler verletzt haben. «Alle drei Personen haben sich an den Oberschenkeln verletzt. Zwei Personen mussten rund zwölf Tage im Spital bleiben. Eine hatte sich nur geringfügig verletzt», so Beatrice Giger von der Staatsanwaltschaft. Sie konnten alle mittlerweile das Spital wieder verlassen.

Zurzeit laufen Gespräche mit mehreren Beschuldigten und geschädigten Personen.

Gangsterfilm ab Oktober auf Netflix

Bei der Szene in Rapperswil ging es um einen Racheakt einer Bikergang im Gangsterfilm «Smokes». In den USA soll der Hollywood-Streifen Ende Oktober auf Netflix zu sehen sein. Wann er in der Schweiz erscheint, kann man noch nicht sagen.