Nach «Royal»-Konkurs: Skreinigs Bruder will mit Crowdfunding die Existenz der Zirkusartisten retten

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion machte sich Circus-Royal-Direktor Oliver Skreinig aus dem Staub. Nun bemüht sich sein Bruder Florian darum, zumindest einen Teil der ausstehenden Gagen auftreiben zu können. Ein entsprechendes Crowdfunding ist am Donnerstag aufgeschaltet worden.

Luca Ghiselli
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Es ist eine Weile her, dass rund um den Circus Royal positive Nachrichten vermeldet werden konnten. Nun, sechs Wochen nachdem unsere Zeitung publik machte, dass sich Zirkusdirektor Oliver Skreinig mitten in der Nacht aus dem Staub machte und einen Scherbenhaufen hinterliess, keimt Hoffnung auf, dass die mutmasslich geprellten Artisten und Zirkusmitarbeiter doch noch zu einem Teil ihrer Gage kommen.

Florian Skreinig, der Bruder des Zirkusdirektors, hat ein Crowdfunding auf der Plattform «Wemakeit» gestartet. Skreinig, der in den vergangenen drei Spielzeiten für den Zirkus seines Bruders gearbeitet hatte, hat sich gegenüber dieser Zeitung vor einigen Wochen bereits kritisch über das Verhalten seines Bruders geäussert. Jetzt will er sein Schicksal selbst in die Hand nehmen – und dazu beitragen, dass die Zirkusmitarbeiter doch noch Geld für ihre Arbeit erhalten.

«Die Gagenrückstände belaufen sich auf bis zu fünf Monate und betragen insgesamt 91'200 Franken», sagt Florian Skreinig im Video auf der Crowdfunding-Plattform:

Und er sagt: «Einige Artisten haben aus Liebe zum Zirkus sehr grosse private Einbussen erlitten.»

«Artisten mussten auf der Strasse auftreten»

Im Begleittext beschreibt Florian Skreinig den letzten Abend der Saison im Circus Royal wie folgt: «Mitarbeiter und Artisten, die das ganze Jahr für dieses traditionsreiche Unternehmen gekämpft hatten, wurden am
24. November 2019 in Dornbirn in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ohne Geld zurückgelassen. Manche mussten sich Geld von der Familie borgen, andere mussten auf der Strasse auftreten, um Geld zu sammeln, damit sie zurück nach Hause können.» Teilweise stünden diese Personen jetzt vor dem privaten Aus.

Florian Skreinig selbst hat Einbussen von rund 19'000 Franken

15'000 Franken will Florian Skreinig in den kommenden 44 Tagen sammeln. «Jeder einzelne der ehemaligen Zirkusmitarbeiter wäre froh, wenn er wenigstens einen kleinen Teil seines Geldes erhalten würde.» Auch er selbst habe rund 19'000 Franken Einbussen erlitten. Zu seiner Motivation schreibt Skreinig:

«Mit dieser Sammelaktion mache ich das Richtige für die Mitarbeiter, die das ganze Jahr gekämpft haben.»

Es ist nicht das erste Mal, dass im Umfeld des Circus Royal ein Crowdfunding zur Mittelbeschaffung gestartet wird. Bereits im Herbst 2019 versuchte der Zirkus, Geld aufzutreiben – wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen. Damals hätten 75'000 Franken zusammenkommen sollen, um den Zirkus vor dem Konkurs zu retten. Im Video warb Oliver Skreinig um die Gunst der Spender und sagte: «Noch nie war es so schwer, in der Schweiz einen Zirkus zu führen.» Von 12 Unterstützern kamen aber nur etwas über 2800 Franken zusammen – das Projekt scheiterte kläglich.

Jetzt unternimmt Skreinigs Bruder selbst einen Versuch. Profitieren soll dieses Mal aber nicht der Zirkus selbst, sondern jene, die über Monate ohne Lohn oder Gage arbeiteten.

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