Nach Messerangriff in Anstalt

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Prozess Der 61-jährige Deutsche, der im August vergangenen Jahres im Regionalzug Richtung Bregenz zwei Fahrgäste attackiert und schwer verletzt hatte, beschäftigte gestern den Schwurgerichtshof in Feldkirch. Die Staatsanwaltschaft hatte den psychisch Kranken nicht angeklagt, sondern einen Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für geistig ­abnorme Rechtsbrecher gestellt. Der verwirrte Täter hatte, nachdem er die Personen mit seinem Jagdmesser verletzt hatte, angegeben, dass er sich gegen Neonazis wehren wollte.

Der Deutsche hat keinen sozialen Anschluss. Dazu kamen Depressionen. Der Mann leidet an einer paranoid halluzinatorischen Schizophrenie. Er war sechsmal in der Psychiatrie. Nach der letzten Entlassung setzte er seine Medikamente ab. Noch heute ist er der Meinung, dass im Regionalzug Neonazis unterwegs waren. Die Geschworenen glaubten gestern dem Gutachten und sahen es als das Vernünftigste an, den Mann in eine Anstalt einzuweisen.

Die Angriffe qualifizierten sie während der Verhandlung als doppelten Mordversuch. Da der Mann nicht schuldfähig ist, ist ihm dies allerdings nicht anzulasten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (ec)