Nach massiver Kritik an Schliessung: Gleich doppelter Ersatz für St.Galler «Schlupfhuus» 

Im April starten in St.Gallen gleich zwei neue Angebote für schutzbedürftige Kinder und Jugendliche. Geführt werden sie von privaten Trägerschaften. Künftig gibt es eine spezialisierte Notunterkunft für Kleinkinder und Säuglinge.

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Das bisherige «Schlupfhuus» in St. Gallen.

Das bisherige «Schlupfhuus» in St. Gallen.

Bild: Benjamin Manser

Die Ankündigung der Schliessung des seit 18 Jahren bestehenden «Schlupfhuus» in St. Gallen hatte im vergangen Jahr Kritik und diverse Vorstösse in Stadt- und Kantonsparlamenten ausgelöst. Noch bis 31. März wird das rund um die Uhr geöffnete Angebot für Kinder und Jugendliche mit seinen acht Plätzen betrieben.

Am 1. April starten im Kanton St. Gallen gleich zwei neue Angebote, die schutzbedürftigen Kindern und Jugendlichen ein temporäres, stationäres Zuhause bieten werden. Beide sind durch neue, private Trägerschaften aufgebaut und inzwischen von der Regierung anerkannt worden.

Der St. Gallische Hilfsverein für gehör- und sprachgeschädigte Kinder und Erwachsene hat eine Notunterkunft für Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 17. Altersjahr konzipiert. Es stehen fünf Plätze zur Verfügung. Bei Bedarf könnten kurzfristig auch mehr Plätze bereitgestellt werden, heisst es in der Mitteilung des Kantons St. Gallen vom Dienstag.

Angebot für Säuglinge

Die Gemeinnützige und Hilfs-Gesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG) bietet neu Notfall- und Kriseninterventionsplätze für Säuglinge und Kleinkinder von 0 bis 6 Jahren an. Für diese Altersgruppe sei ein wachsender Bedarf festgestellt worden und es könne eine Versorgungslücke geschlossen werden.

Bei diesem Angebot wird über das Jahr hinweg mit einem durchschnittlichen Bedarf von weniger als einem Platz gerechnet. Möglich ist aber eine notfallmässige Aufnahme von bis zu drei Kleinkindern gleichzeitig.

Beide Angebote sind während 365 Tagen an 24 Stunden geöffnet. Um für Kinder und Jugendliche einen möglichst hohen Schutz gewährleisten zu können, werde der Standort der Notunterkünfte nicht öffentlich bekanntgegeben, heisst es in der Mitteilung. (sda) 

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