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Kommentar

Nach Leuthards Rücktritt: Würth hat nur Chancen, wenn Keller-Sutter verzichtet

Das Rennen um die Nachfolge von Doris Leuthard ist völlig offen. Zum Favoritenkreis gehört auch der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth.
Jürg Ackermann
Stv. Chefredaktor Jürg Ackermann.

Stv. Chefredaktor Jürg Ackermann.

Mit Doris Leuthard tritt eine Ausnahmepolitikerin ab. In ihrer zwölfjährigen Amtszeit entpuppte sich die CVP-Bundesrätin nicht nur als Glücksfall für ihre Partei, sondern auch für das Land. Mit Haltung, Charme, politischem Instinkt und ausgezeichneter Kommunikation erreichte sie viele Ziele und baute ebenso viele politische Brücken. Ihre Popularität gründete auch auf ihrem Charisma, ihrer Souveränität: Mit Barack Obama oder Angela Merkel konnte sie ebenso gut umgehen wie mit Bürgern von Bülach oder Berikon. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin wird in grosse Fussstapfen treten.

Wer das sein könnte, ist völlig offen. Im diffusen CVP-Kandidatenfeld zeichnet sich noch kein Favorit ab. Vorsichtige Ambitionen angemeldet haben auch der Innerrhoder Nationalrat Daniel Fässler und der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth. Das ist aus Ostschweizer Sicht erfreulich, zumal Würth, obwohl nicht im Parlament, als Präsident der Kantonsregierungen in Bern erstaunlich gut vernetzt ist. Sein Name wurde gestern in der Wandelhalle immer wieder genannt. Offenbar hat er mit der bald abtretenden Bundesrätin Doris Leuthard auch eine prominente Fürsprecherin innerhalb der CVP.


Würths Chancen hängen jedoch entscheidend von Karin Keller-Sutter ab. Kandidiert die St. Galler Ständerätin und Favoritin auf die Schneider-Ammann-Nachfolge, dürfte es für Würth schwierig werden. Dass zwei Kandidierende aus dem gleichen Kanton gleichentags in den Bundesrat gewählt werden, ist nahezu ausgeschlossen, auch wenn genau das 2010 geschah. Damals schafften sowohl Simonetta Sommaruga als auch Johann Schneider-Ammann den Sprung in die Regierung. Doch St. Gallen ist nicht Bern.

Da die Bundesratskür immer auch ein grosses mediales Schaulaufen ist, kann Würth mit einer Kandidatur jedoch nur gewinnen. Vor allem dann, wenn er, wie ihm immer wieder nachgesagt wird, auch noch auf andere Aufgaben (Ständerat?) schielt. Hier könnte ihm Karin Keller-Sutter gar zu einer wichtigen Helferin werden. Wird sie am 5. Dezember in den Bundesrat gewählt, finden bald schon darauf Ersatzwahlen für den Ständerat in St. Gallen statt. Da die FDP über keine Kandidaten vom Format Keller-Sutters verfügt, hätte die CVP intakte Chancen, den 2011 verlorenen Ständerats-Sitz zurückzuerobern. Vor allem dann, wenn der Kandidat Benedikt Würth heisst.

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