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Nach Lawinenabgang am Säntis: Jetzt wird die beschädigte Seilbahnstütze repariert – für das Provisorium braucht es keine Bewilligung

Seit Montag wird die defekte Trägerstütze der Säntis-Schwebebahn repariert. Der Mast, der im Januar durch einen Lawinenabgang beschädigt wurde, wird temporär mit 20 Tonnen Stahl verstärkt. Für die Sicherheit sind die Bahnbetreiber laut Bundesamt für Verkehr selbst verantwortlich.
Stephanie Martina/Laura Widmer
Die Baustelle beim beschädigten Mast. (Bild: zVg)Die Baustelle beim beschädigten Mast. (Bild: zVg)
Vergangene Woche wurde das nötige Material mit der Schwebebahn hochtransportiert – sogar ein Bagger. (Bild: zVg)Vergangene Woche wurde das nötige Material mit der Schwebebahn hochtransportiert – sogar ein Bagger. (Bild: zVg)
Bevor die Bauarbeiten beginnen konnten, musste Schnee geschaufelt werden. (Bild: zVg)Bevor die Bauarbeiten beginnen konnten, musste Schnee geschaufelt werden. (Bild: zVg)
Die Säntis-Schwebebahn wird derzeit für Warentransporte genutzt. (Bild. zVg)Die Säntis-Schwebebahn wird derzeit für Warentransporte genutzt. (Bild. zVg)
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Säntis-Schwebebahn: Der beschädigte Mast wird repariert

Vier Monate nach dem Lawinenabgang am Säntis herrscht bei der Bergbahn noch immer Ausnahmezustand. Denn die Lawine hat nicht nur den ersten Masten beschädigt, sondern auch den Betrieb und den Alltag der Angestellten durcheinandergebracht. Michael Wehrli, Leiter Technik und Infrastruktur, erklärt: «Weil der Bahnbetrieb stillsteht, können unsere Mitarbeitenden noch nicht wie gewohnt ihrer Arbeit nachgehen, stattdessen müssen sie seit Wochen flexibel sein.» Jemand habe glücklicherweise seinen WK im Militär vorziehen können, und jemand helfe derzeit bei der Seilbahn zum Hohen Kasten beim Billettverkauf. Wehrli sagt:

«Dass die Bauarbeiten am beschädigten Masten nun endlich beginnen, ist ein wichtiges Zeichen für unsere Mitarbeiter. Endlich geht's voran.»

Vergangene Woche wurden die ersten Vorarbeiten durchgeführt. Neben Werkzeug, Material und zwei Containern wurde auch ein fünf Tonnen schwerer Bagger unter der Seilbahngondel befestigt und hochtransportiert. Mit diesem konnte der Schnee am Fuss der Stütze soweit geräumt werden, dass ein Bauplatz eingerichtet werden konnte, sagt Wehrli. «Wegen den starken Schneefällen und den Windverwehungen lagen an einigen Stellen bis zu fünf Meter Schnee.»

20 Tonnen Stahl

Seit Montag sind fünf Seilbahn-Spezialisten dabei, den defekten Masten instand zu stellen. Unterstützt werden sie zurzeit von vier Angestellten der Säntis-Schwebebahn. Keine ungefährliche Arbeit, im felsigen und steilen Gelände auf 2000 Metern über Meer, wie Bilder von der Baustelle zeigen. Repariert wird fürs Erste nur temporär. Die beschädigte Stütze bleibt, wird aber durch zusätzliche Stahlträger verstärkt. Wehrli vergleicht:

«Es ist wie bei einem gebrochenen Bein, das geschient werden muss.»

20 Tonnen Material werden für diese Schiene benötigt.

Bereits vor Beginn der Bauarbeiten erklärte Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG, auf Anfrage, dass es sich dabei um eine Übergangslösung handle. «Wir planen bereits die Ersetzung der Stütze.» Für die neue, zukunftsfähige und nachhaltige Lösung müssten jedoch die aktuellsten Vorschriften und Gutachten berücksichtigt werden. Dazu werde ein umfangreiches Plangenehmigungsverfahren in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) notwendig sein. «Die Reparaturarbeiten der bestehenden Stütze verschaffen uns aber die notwendige Zeit, um das Bewilligungsverfahren seriös und ohne Termindruck durchführen zu können», sagte Vattioni.

Kein Risiko eingehen

Eine provisorische Stütze – ob das bei den Besuchern Vertrauen weckt? Technikchef Michael Wehrli beruhigt:

«Ich bin der festen Überzeugung, dass die Seilbahnstütze so stark sein wird wie vorher – wenn nicht noch stärker.»

Man sei sich der grossen Verantwortung bewusst und riskiere nichts. Der Lawinenabgang auf der Schwägalp, bei dem man glücklicherweise mit einem blauen Auge davon gekommen sei, habe die Verantwortlichen doppelt vorsichtig werden lassen, sagt Wehrli.

Sobald die Sanierungsarbeiten abgeschlossen seien, würden Testfahrten stattfinden. Für die Sicherheit sei man selbst verantwortlich, es finde keine Überprüfung durch eine unabhängige Stelle statt. «Weil wir den Gästebetrieb nach dem Lawinenabgang selbst unterbrochen haben, wurde uns die Betriebsbewilligung nie entzogen. Daher brauchen wir jetzt auch keine neue», erklärt Wehrli.

Das bestätigt Andreas Windlinger vom BAV: «Der beschädigte Mast wird mit Stahlstützen verstärkt, damit er wieder tragfähig ist. Diese vorübergehende Wiederherstellung des originalen Zustandes ist für eineinhalb Jahre zulässig und braucht keine neue Bewilligung.» Für die vorgesehene Ersatzstütze ist ein neues Plangenehmigungsverfahren nötig.

Eine Kontrolle der provisorischen Lösung durch das Bundesamt für Verkehr findet also nicht statt. Diese liege in der Verantwortung der Säntis-Schwebebahn. «Das BAV nimmt nur neue oder umgebaute Anlagen ab, bei denen ein Bewilligungsverfahren nötig war», sagt Windlinger.

Reparatur dauert vier Wochen

Wehrli rechnet damit, dass die Reparatur in vier Wochen abgeschlossen sein wird – sofern das Wetter mitspiele. Bereits vergangene Woche habe man die Vorarbeiten wegen des dicken Nebels unterbrechen müssen. Auch hier stehe die Sicherheit an oberster Stelle, betont Wehrli.

Über die Kosten für das Provisorium gibt Wehrli keine Auskunft. Er sagt nur: «Die Kosten stehen nicht im Vordergrund. Für uns zählt, dass wir den Gästebetrieb bald und sicher wieder aufnehmen können.»

Mehrere Lawinen in kurzer Zeit

Am 10. Januar 2019 waren beim Abgang einer Lawine vom Nordhang des Säntis auf die Schwägalp drei Personen leicht verletzt worden. Gleichzeitig wurde das 2015 neu gebaute Hotel bei der Säntisbahn-Talstation und zahlreiche parkierte Autos stark beschädigt. Am selben Abend löste sich eine weitere kleine Folgelawine.

Innert kürzester Zeit waren rund 200 Polizei- und Rettungskräfte mit Such- und Aufräumarbeiten im Einsatz. Erst vier Tage später konnte Geschäftsführer Bruno Vattioni dann Entwarnung geben: Es gebe keine weiteren vermissten Personen. Kurz darauf mussten aufgrund der anhaltenden Schneefälle und Orkanböen die Aufräumarbeiten wegen hoher Lawinengefahr unterbrochen werden. Nur wenige Stunden später ging eine dritte Lawine runter.

Wenige Tage später löste sich am Säntis eine weitere Lawine, welche die erste Stütze der Schwebebahn beschädigte. Grund dafür war ein Lawinenschutzkeil, der dem Druck der Schneemassen nicht standhielt und gegen die Seilbahnstütze donnerte. Den Schaden bemerkten Angestellte bei einer Dienstfahrt am 15. Januar. Daraufhin wurde der Bahnbetrieb eingestellt.

(Bild: Urs Bucher)(Bild: Urs Bucher)
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(Bild: Linda Müntener)(Bild: Linda Müntener)
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(Bild: Keystone)(Bild: Keystone)
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(Bild: Werner Näf)(Bild: Werner Näf)
(Bild: Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden)(Bild: Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden)
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Tonnenweise Schnee im Hotel, zerstörte Autos und Räumungsequipen im Einsatz: Die Bilder zur Schwägalp-Lawine

Mehr zum beschädigten Mast der Säntis-Schwebebahn:

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