Nach landesweiter Schliessung von Schulen: So regelt der Kanton St.Gallen den Schulunterricht

Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen werden im Kanton St.Gallen ab sofort zu Hause Aufgaben lösen oder via Fernstudium am Unterricht teilnehmen. Das Bildungsdepartement leitet in Zusammenarbeit mit den Schulen die dazu nötigen Schritte ein, nachdem der Bundesrat heute den Präsenzunterricht bis zum 4. April 2020 verboten hat.

Drucken
Teilen

Bild: Christian Beutler/Keystone

(pd/bro) Der Bundesrat hat heute verschärfte Regeln im Kampf gegen das Corona-Virus beschlossen. Alle Schulen in der Schweiz sind bis mindestens am 4. April 2020 geschlossen, Veranstaltungen ab 100 Personen sind verboten, in Restaurants und Bars dürfen noch maximal 50 Personen sein.

«Die Regierung des Kantons St.Gallen unterstützt die Entscheide des Bundesrates, ist sich aber bewusst, dass die Massnahmen einen grossen Eingriff in die Freiheit jeder und jedes Einzelnen darstellen», schreibt die Staatskanzlei des Kantons St.Gallen am Freitag in einer Medienmitteilung. Es gehe für die Regierung dabei um die Solidarität.

Umsetzung des Verbots des Präsenzunterrichts

Schulschliessungen seien eine Notmassnahme. «Sie können nur pragmatisch und mit gewissen Qualitätseinbussen kompensiert werden. Grundsätzlich bleibt die Lern- und Lehrpflicht aber bestehen. Sie wird erfüllt, soweit es zumutbar ist», teilt die Staatskanzlei weiter mit.

So will der Kanton St.Gallen die neuen Vorgaben auf den verschiedenen Schulstufen umsetzen:

  • Volksschule: In der Volksschule liege es grundsätzlich im Ermessen der Gemeinden als verantwortliche Schulträger, inwieweit sie mit Hausaufgaben oder auf der Oberstufe mit IT-Möglichkeiten überbrückend ein gewisses Lernen der Schulkinder ermöglichen. Das Bildungsdepartement werde in Absprache mit den Gemeinden rasch möglichst Empfehlungen ausarbeiten. Zur Volksschule gehören alle öffentlichen und privaten Schulen, einschliesslich Sonderschulen. Gemäss Bundesrat können die Kantone Betreuungsangebote vorsehen. Dies, um zu verhindern, dass Kinder von den Grosseltern oder kranken Eltern betreut werden, da für diese das Corona-Virus ein erhöhtes Risiko darstellt. Zudem ist es gemäss Kanton St.Gallen wichtig, dass die Eltern weiterhin der Erwerbstätigkeit insbesondere in den Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sowie der Spitex nachkommen können. Für die Regierung habe deshalb nun höchste Priorität, dass Eltern und Arbeitgeber schnellstmöglich wissen, wie diese Betreuungsangebote aussehen. Die Regierung werde deshalb am Samstag an einer ausserordentlichen Sitzung Massnahmen diskutieren.
  • Mittel- und Berufsfachschulen: Auch der Unterricht der Schülerinnen und Schüler an den Mittel- und den Berufsfachschulen findet bis zum 4. April nicht mehr in den Klassenzimmern statt. Trotzdem müssen die Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess fortsetzen. «Wie die Mittel- und Berufsfachschulen diesen sicherstellen, liegt in ihrer Kompetenz», schreibt der Kanton St.Gallen. In den vergangenen Tagen sei das Bildungsdepartement bereits in intensivem Kontakt mit den Schulen gestanden, um die digitalen Möglichkeiten für Fernunterricht auszuloten. «Dabei konnte festgestellt werden, dass die Schulen auf solchen Unterricht gut vorbereitet sind», so die Staatskanzlei. Bereits angesetzte Prüfungen können gemäss Bundesrat durchgeführt werden, wenn bestimmte Schutzmassnahmen getroffen werden. Das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen werde diese Massnahmen zusammen mit dem Bildungsdepartement definieren.
  • Hochschulen: Wie die Staatskanzlei weiter schreibt, haben die St.Galler Hochschulen in den vergangenen Tagen die nötigen Schritte getätigt, damit die Studierenden auch über digitale Kanäle an Vorlesungen teilnehmen können.

Eltern, Studierende und Lehrbetriebe würden in den kommenden Tagen zudem direkt durch die zuständigen Ämter und Institutionen über die neueste Regelung und den Empfehlungen informiert.

Mehr zum Thema