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Spray-Attacke auf Walter Lochers Anwaltskanzlei: «Ich kann einen Zusammenhang zum Klimastreik nicht ausschliessen»

Unbekannte haben die Fassade der Anwaltskanzlei des St.Galler FDP-Kantonsrats Walter Locher mit schwarzer Farbe besprüht. Die Polizei ermittelt. Ob es einen Zusammenhang zu Lochers Kritik am Klimastreik von St.Galler Kantischülern gibt, ist offen. Locher hatte allerdings im Lauf der Woche schon verschiedene negative Rückmeldungen erhalten.
Adrian Vögele
Sprayereien am Eingang der Museumsstrasse 35, der Adresse von Walter Lochers Anwaltskanzlei. (Bild: Urs Bucher)

Sprayereien am Eingang der Museumsstrasse 35, der Adresse von Walter Lochers Anwaltskanzlei. (Bild: Urs Bucher)

Zufall oder eine gezielte Aktion? In der Nacht auf Freitag wurde die Fassade des Hauses Museumsstrasse 35 in St.Gallen besprayt, wie «Die Ostschweiz» berichtet. Im Gebäude befindet sich auch die Anwaltskanzlei von FDP-Kantonsrat Walter Locher. Damit stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang zu den Klimastreik-Aktionen von St.Galler Kantonsschülern besteht. Am Freitag fand der dritte solche Streik statt. Locher hatte bereits am Montag in einer Einfachen Anfrage an die Regierung kritische Fragen zum Klimastreik gestellt, es geht dabei unter anderem um die Absenzenregelung und die Frage der politischen Neutralität von Schulen.

(Bilder: Urs Bucher)

(Bilder: Urs Bucher)

Laut Kantonspolizei fand die Spray-Attacke an der Museumsstrasse 33-35 zwischen Donnerstag, 21.30 Uhr, und Freitag, 6.40 Uhr statt. «Die Ermittlungen laufen», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Mutmassungen über einen Zusammenhang mit dem Klimastreik könne man nicht bestätigen, solange die Täter nicht gefasst seien. Nebst zwei Aussenfassaden wurden auch die Türklingeln am Eingang besprayt, der Sachschaden beträgt laut Krüsi etwa 1500 Franken.

«Bevölkerung würde das nicht goutieren»

FDP-Kantonsrat und Anwalt Walter Locher. (Bild: Regina Kühne)

FDP-Kantonsrat und Anwalt Walter Locher. (Bild: Regina Kühne)

Walter Locher hat Strafanzeige eingereicht, wie er auf Anfrage sagt. Angesprochen auf den möglichen Hintergrund der Tat, betont Locher, es gelte die Unschuldsvermutung - «doch dass die Tat zeitlich mit der aufgeheizten Diskussion um den Klimastreik zusammenfällt, ist schon auffällig. Ebenso, dass unser Gebäude als einziges in der Strasse betroffen ist. Ich habe keinen Beweis, aber ich kann einen Zusammenhang zum Klimastreik nicht ausschliessen.» Schon bevor das Haus besprayt wurde, habe er kritische Reaktionen auf seinen politischen Vorstoss erhalten, etwa per Mail. «Das ist auch legitim.» Ganz im Gegensatz zum Angriff mit der Spraydose. «Falls sich herausstellen sollte, dass er politisch motiviert ist, müssten wir uns die grundsätzliche Frage stellen: Wie gehen wir mit anderen Meinungen um?», so Locher. Er sei überzeugt, dass die Bevölkerung ein solches Verhalten nicht goutieren würde. Es müsse möglich sein, eine Diskussion trotz stark unterschiedlicher Meinungen sachlich auszutragen.

Wie hoch der Sachschaden am Haus sei, werde nun abgeklärt, so Locher. Der von der Polizei genannte Betrag sei aber wohl eher zu tief, unter anderem sei die Sandsteinfassade des Gebäudes betroffen. Bedenken wegen seiner persönlichen Sicherheit hat Locher trotz des Vorfalls keine. «Angst ist ein schlechter Ratgeber. Davon lasse ich mich nicht beeinträchtigen.»

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