Nach Horrorunfall in Rorschach: Mehr Unfälle auf Ostschweizer Fussgängerstreifen – diesen Winter sind es besonders viele 

In der Ostschweiz kommt es im Winter zu immer mehr Unfällen zwischen Fussgängern und Autos. Am Montag ist es zu vier Vorfällen mit teils Schwerverletzten gekommen. Die Kantonspolizei St.Gallen mahnt zur Vorsicht. 

Rossella Blattmann
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Fussgängerunfälle im Kanton St. Gallen

Unfälle seit 2015, jeweils im November und Dezember
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Rorschach, Rheineck, Wil und Waldstatt – in diesen vier Ostschweizer Ortschaften ist es am Montagabend zu Unfällen zwischen Fussgängern und Autofahrern gekommen. Bei allen vier Vorfällen gab es Verletzte. Brisant: Drei der vier Unfälle geschahen auf einem Fussgängerstreifen. 

So ereignete sich in Rorschach am Montagabend auf der Pestalozzistrasse einer dieser Unfälle. Ein 27-Jähriger liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Spital, nachdem ihn eine 22-Jährige mit dem Auto mitten auf einem Fussgängerstreifen erfasst hatte. Auch in Wil hat nach Feierabend ein Autofahrer einen 50-Jährigen auf dem Fussgängerstreifen erfasst. In Waldstatt musste ein siebenjähriges Mädchen verletzt ins Spital, nachdem sie ein 42-jähriger Mann mit dem Auto angefahren hatte. Und als eine Frau in Rheineck am späten Montagabend ihrem Hund hinterherrannte, kam es ebenfalls zu einer Kollision mit einem Autofahrer. 

Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. 

Bild: pd 

Winter 2019: Mehr Unfälle mit verletzten Fussgängern

Die vier Unfälle auf Ostschweizer Fussgängerstreifen von Montagabend bestätigen laut Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, die steigende Tendenz im Kanton St.Gallen. 2018 waren es laut Schneider 16 Unfälle im November und Dezember. Dieser Wert wurde 2019  bereits überschritten. 

«Von Anfang November bis und mit 10. Dezember hatten wir im Kanton St.Gallen 17 Unfälle mit verletzten Fussgängern.»

Eine geografische Häufung gibt es gemäss dem Kapo-Mediensprecher nicht. Die Unfälle zwischen Fahrzeugen und Fussgängern finden vor allem innerorts statt, ergänzt er.

Rorschacher Fussgängerstreifen nicht von Kanton überprüft 

Wie es zum Horrorunfall in Rorschach kam, ist bislang unklar. «Die Kantonspolizei St.Gallen und das Tiefbauamt des Kantons St.Gallen haben in den letzten sieben Jahren die 1500 Fussgängerstreifen auf St.Galler Kantonsstrassen auf ihre Sicherheit geprüft», sagt Schneider. Bisher habe man 2800 Einzelmassnahmen durchgeführt. Zum Beispiel seien einige Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen neu markiert worden. 

Der Fussgängerstreifen auf der Pestalozzistrasse in Rorschach, auf dem der 27-Jährige lebensgefährlich verletzt wurde, wurde laut Schneider in diesem Rahmen nicht überprüft. Es handle sich hier um keine Kantonsstrasse.

«In solchen Fällen ist die Gemeinde in der Pflicht, die Sicherheit ihrer Fussgängerstreifen zu prüfen und allfällige Massnahmen in die Wege zu leiten.»

Es gehören zwei dazu 

Im Winter ist  gemäss Florian Schneider in der Nähe eines Fussgängerstreifens mehr Vorsicht als sonst geboten – vor allem nach Einzug der Dunkelheit. Schneider mahnt sowohl Fussgänger, als auch Autofahrer zur Vorsicht. 

«Rad steht, Kind geht – das raten wir im Winter auch den Erwachsenen.»

Mit heller Kleidung oder mit Leuchtelementen lasse sich die Sicherheit für Fussgänger besonders erhöhen.