Nach Diebestour in der Ostschweiz: Justiz macht kurzen Prozess mit Einbrechertrio aus Bosnien

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland schickt drei Profi-Einbrecher zurück in ihre Heimat. Das Trio aus Bosnien hatte bei 18 Einbrüchen in der Region 150'000 Franken erbeutet.

Reinhold Meier
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Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland schickt drei Profi-Einbrecher zurück in ihre Heimat nach Bosnien. (Symbolbild: Archiv St.Galler Tagblatt)

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland schickt drei Profi-Einbrecher zurück in ihre Heimat nach Bosnien. (Symbolbild: Archiv St.Galler Tagblatt)

Als Organisator fungierte ein 32-jähriger Kaufmann, der in der Region aufgewachsen ist. Er holte seinen älteren Bruder und einen jüngeren Kollegen ins Land, zu einem einzigen Zweck: dem Ausrauben frei stehender Einfamilienhäuser.

Der Kaufmann stellte dabei auch «seine Fähigkeiten als Logistiker und Chauffeur unter Beweis», wie die Anklage spitz formulierte. Als Anführer habe er die Wahl der Objekte, die notwendigen Hotelbuchungen und -zahlungen sowie die Verwaltung und Aufteilung des Diebesgutes an die Hand genommen. Er habe vor jedem Einbruch den Transport zum Zielobjekt geleistet. Er habe das Auto als «Transport- wie auch als Fluchtfahrzeug» genutzt. Dies ohne im Besitz eines Fahrausweises zu sein.

Seine Kumpane haben vor Ort die eigentlichen Einbrüche begangen. Die Professionalität der Truppe zeigt sich daran, dass ihre Beute mit fast 150'000 Franken den Wert des angerichteten Sachschadens von 30'000 Franken weit übersteigt.

Schmuck und Goldbarren mitgenommen

Der schwerste Einbruch gelang in Diepoldsau, wo die Einbrecher Armbanduhren, Broschen sowie Goldringe und Goldketten im Wert von 42'000 Franken erbeuteten. Aber auch in Vilters gelang den Dieben ein grosser Fang. Über 50 wertvolle Schmuckstücke steckten sie in die Tasche. Deren Wert: 31'000 Franken.

In Sevelen war der Ertrag schmäler. Ein Sparschwein mit der Aufschrift «Urlaubskasse» enthielt nur zehn Franken. Doch in einem zweiten Objekt im gleichen Dorf kam Raubgut von 6000 Franken zusammen, diesmal bestehend aus Computern und Bargeld. Auch in Wangs, Plons und Kaltbrunn wie auch im nahen Bündnerland in Igis, Fläsch, Malans, Zizers, Domat/Ems oder Reichenburg lief es ähnlich. Dabei mag erstaunen: Die Einbrecher liessen allenthalben auch Gold- und Silberbarren mitgehen, als ob diese in allen Schweizer Haushalten herumliegen würden.

Hauptbeschuldigter muss Schweiz sofort verlassen

In rechtlicher Hinsicht hat die Justiz nun kurzen Prozess mit dem Trio gemacht. In abgekürztem Verfahren setzte es für den Hauptbeschuldigten eine Haftstrafe von 30 Monaten ab, davon acht Monate unbedingt. Diese hat er im vorzeitigen Strafvollzug soeben abgesessen und muss nun sofort die Schweiz verlassen. Die restlichen 22 Monate sind bedingt ausgesprochen bei einer Probezeit von vier Jahren.

Für die beiden anderen, bisher unbescholtenen Männer, setzte es 15 und 23 Monate Freiheitsentzug ab, bedingt ausgesprochen auf zwei Jahre. Beide Strafen sind ebenfalls verbunden mit der unverzüglichen Ausschaffung.

Bei Fahrzeugkontrolle aufgeflogen

Die Verurteilten haben sämtliche Taten vollumfänglich eingestanden und auch alle Privatforderungen anerkannt. Es sind rund zwei Dutzend Privatkläger. Bei den Diebeszügen kamen in keinem Fall Menschen zu Schaden. So lautete der Schuldspruch denn auch «nur» auf gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, nicht auf Raub.

Beim Haupttäter schlug verschärfend das mehrfache Fahren ohne Ausweis zu Buche, dies umso mehr, als er deswegen bereits einschlägig vorbestraft war. Letztlich hat ihm dies das Genick gebrochen, flog die Einbruchserie doch nach einer eher harmlosen Fahrzeugkontrolle auf. Die Verfahrenskosten bleiben ebenfalls beim Trio hängen, rund 30'000 Franken beim Anführer, jeweils gut 10'000 Franken bei seinen Kumpanen.

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