Nach der Zusammenarbeit von fünf Ostschweizer Kantonen bei der Spitalplanung: Gewerkschaften fordern einen Ostschweizer Spital-GAV

Fünf Ostschweizer Kantone spannen bei der stationären Gesundheitsversorgung zusammen. Das hat die regionalen Sektionen der Gewerkschaft VPOD auf den Plan gerufen: Sie fordern einen Gesamtarbeitsvertrag, einen Ostschweizer Spital-GAV. Und: Die Organisationen der Arbeitnehmenden müssten zwingend von Beginn weg eingebunden werden.

Regula Weik
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Im Kanton St.Gallen wird es künftig weniger Spitalbetten geben als heute.

Im Kanton St.Gallen wird es künftig weniger Spitalbetten geben als heute.

Bild: Ennio Leanza/Keystone

«Ostschweizer Kantone wollen die steigenden Gesundheitskosten dämpfen»: Das töne wie der Beipackzettel einer Medikamentenschachtel, halten die Gewerkschaften VPOD Ostschweiz und VPOD Graubünden/Glarus in einer gemeinsamen Medienmitteilung fest. Auf den ersten Blick töne dies verlockend, wie jedes Medikament, das rasche Heilung verspreche. Doch, so die Gewerkschaften:

«Das Gesundheitswesen ist nicht einfach ein Kostenfaktor.»

Wie bei jedem Beipackzettel müsse auch hier das Kleingedruckte gelesen werden und das verheisse wenig Gutes: «Es geht um den Abbau des regionalen Angebots und den Verlust von Arbeitsplätzen», so die Gewerkschaften. Und weiter:

«Dies kann und darf nicht einfach hingenommen werden.»
Alexandra Akeret, Regionalsekretärin des VPOD Ostschweiz.

Alexandra Akeret, Regionalsekretärin des VPOD Ostschweiz.

Bild: Anna Tina Eberhard

Die Gewerkschaft VPOD werde sich mit aller Kraft für die Mitarbeitenden einsetzen. Die Organisationen der Arbeitnehmenden müssten transparent informiert und von Beginn weg einbezogen werden. Ihre Forderung:

«Ein umfassender Ostschweizer
Spital-GAV ist ein Muss.»

Krankenkassen in die Pflicht nehmen

Gleichzeitig verlangen die Gewerkschaften, die Kostenfrage breiter anzuschauen - und den Blick nicht nur auf die Spitäler zu lenken. Es müssten vielmehr auch die Krankenversicherer in den Fokus genommen und eingebunden werden. «Statt Millionen in Werbung und politische Kampagnen zu stecken, sollen sie die Beiträge der Bevölkerung für eine gute, regionale Versorgung einsetzen», so die beiden regionalen Sektionen des VPOD.

Patientenströme analysieren

Im Februar hatten die Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren von Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden und St.Gallen eine Absichtserklärung unterzeichnet, die stationäre Gesundheitsversorgung künftig gemeinsam anzugehen. Vor wenigen Tagen gaben sie bekannt, eine externe Projektleitung eingesetzt zu haben. Diese soll nun die Auswirkungen einer gemeinsamen Ostschweizer Spitalplanung prüfen. Dabei soll auch analysiert werden, wie viele Patientinnen und Patienten in welches Spital gehen - und wo Überkapazitäten abgebaut werden können.