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Nach dem Pyro-Exzess gegen Servette: Die St.Galler Fans sabotieren sich selbst

Trotz glanzvoller Leistung des FC St.Gallen hält die aktive Fanszene den Stimmungsboykott im Stadion aufrecht. Doch der Rest des Stadions singt dagegen an.
Noemi Heule
Gejubelt wird erst nach Spielende. (Bild: Benjamin Manser)

Gejubelt wird erst nach Spielende. (Bild: Benjamin Manser)

Stelle sich einer vor, der FC St.Gallen schiesst das Tor zum 3:0 und der Espenblock dankt's mit Totenstille. Für viele Fans eine groteske Vorstellung, nicht so für den harten Kern der St.Galler Fanszene, das dieses Kuriosum beim Spiel gegen den FC Thun in die Tat umsetzte. Keine Trommeln, kein Gesang, keine Anfeuerungsrufe.

Nach dem Choreo-Verbot durch die St.Galler Stadtpolizei hatten die Fans vor dem Spiel zum Stimmungsboykott aufgerufen.

Eine Trotzreaktion, die sie 90 Minuten aufrechterhielten - der guten Leistung ihres Teams zum Trotz, das in der 91 Minute noch das 4:0 nachlieferte. Freilich waren die Fans nicht en bloc totenstill, auch nicht der Espenblock. Vielmehr versuchten die Besucher rund um den harten Kern und auf den anderen Tribünen das grosse Schweigen zu kompensieren und setzen zum Boykott des Boykotts an.

Die Gegentribüne übernimmt

Und so kam der Gesang für einmal nicht aus dem Espenblock, sondern erklang von allen Seiten in Richtung Rasen. Sogar eine La-Ola-Welle drehte mehrmals ihre Runden durch die Arena – eine wahre Seltenheit. Doch auch sie schaffte es nicht, die Wogen in der aktiven Fan-Szene zu glätten, im Gegenteil, die Gesichter verfinsterten sich. Und sie verfinsterten sich weiter als die Zuschauer der Gegentribüne das Stimmungszepter in die Hand nahmen und statt Pyros mit den Taschenlampen ihrer Smartphones eine eigene kleine Lichtershow veranstalteten. Die Spieler dankten es ihnen, indem sie sich nach dem Spiel zuerst dort für die Unterstützung bedankten.

Kaum war das Spiel abgepfiffen, stimmten auch die letzten Fans in den Jubelgesang ein. Nicht, ohne sich zuvor mit Pfiffen und Buh-Rufen gegen die übrigen Fans zu stellen. Wortreich brachen die Ultras ihr Schweigen erst nach dem Spiel und zwar in schriftlicher Form mit einem Flugblatt:

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