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Nach dem knappen Ja zum Klanghaus: Die SVP ist verärgert – und Bauchef Mächler sucht die richtigen Handwerker

Es hat gereicht, wenn auch knapp: Die St.Gallerinnen und St.Galler geben grünes Licht für das Klanghaus Toggenburg. Das ärgert die SVP. Kulturchef Martin Klöti spricht derweil von einem «guten Zeichen», kritisiert aber die tiefe Stimmbeteiligung. Und Bauchef Marc Mächler spricht über die nächsten Schritte.
Adrian Vögele
Das Klanghaus am Schwendisee im Obertoggenburg wird Realität: 2021 sollen die Bauarbeiten beginnen. (Visualisierung: PD)

Das Klanghaus am Schwendisee im Obertoggenburg wird Realität: 2021 sollen die Bauarbeiten beginnen. (Visualisierung: PD)

Im politischen Konzert um das Klanghaus Toggenburg sind die letzten Akkorde gespielt. Besonders harmonisch waren sie nicht. Die Volksabstimmung geriet zur Zitterpartie für die Befürworter – bei einer Stimmbeteiligung von nur 26 Prozent. In vielen Landgemeinden setzten sich die Gegner durch, im Sarganserland ebenso wie im Rheintal, Linthgebiet und Fürstenland. Selbst das Toggenburg war nicht geeint: Mosnang, Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg und Hemberg lehnten das Klanghaus ab. Am Ende machten die Städte den Unterschied: St. Gallen, Rapperswil-Jona, Wil, Gossau, Buchs und Rorschach stimmten für das Klanghaus – die Vorlage wurde schliesslich mit knapp 54 Prozent Ja-Anteil angenommen.

Ein Flickenteppich aus Ja und Nein

Kulturchef Martin Klöti sprach denn auch von einem «Flickenteppich», als er am geplanten Standort des Klanghauses am Schwendisee im Obertoggenburg die Abstimmungsresultate durchging. Auch wenn das Resultat knapp ausgefallen sei – «es ist trotzdem ein sehr gutes Zeichen». Erfreulich sei das Top-Ergebnis in der Standortgemeinde Wildhaus-Alt St.Johann mit knapp 72 Prozent Ja-Stimmen. «Und die Zustimmung in den Städten bildete das Rückgrat, das nötig war für den Abstimmungserfolg.» Trotz der «bedenklich tiefen Stimmbeteiligung» habe die Solidarität der Regionen funktioniert, so Klöti. «Das ist wunderbar. Das Klanghaus wird der Region Toggenburg und dem Kanton St.Gallen bis über die Grenzen hinaus grossen Glanz verleihen.»

Verärgert reagierte die SVP auf das Abstimmungsergebnis. Sie hatte als einzige Partei die Nein-Parole zur Vorlage beschlossen. Es sei «nicht Sache des Staates, solche Kulturbauten zu finanzieren», schreibt die Partei in einer Mitteilung. «Zudem ist der Bau überdimensioniert, zu teuer und am falschen Ort.» Die SVP nehme mit Befriedigung zur Kenntnis, dass fast die Hälfte der Stimmenden derselben Meinung sei. «Das knappe Ergebnis soll ein Warnzeichen sein, dass die Bevölkerung Kulturbauten auf Staatskosten wenig abgewinnen kann.» Der Kanton bezahlt mit 22,3 Millionen Franken den Hauptteil der Baukosten, die restliche Million steuert die Stiftung Klangwelt Toggenburg bei.

Alle ausser der SVP sind zufrieden

Ein Freudentag war der Abstimmungssonntag für Mathias Müller, Präsident der Klangwelt Toggenburg und Stadtpräsident von Lichtensteig. «Wir sind erleichtert, dankbar – und sehr motiviert, das Projekt nun voranzutreiben.» Für den Betrieb des Klanghauses sind bereits über sechs Millionen Franken Sponsorengelder zusammengekommen. Unter anderem geht es nun darum, die Nutzung des Klanghauses zu konkretisieren. Das Gebäude soll laut Müller auch als Lagerhaus für Schulen und Vereine dienen.

Müllers Partei, die CVP, zeigte sich erfreut über das Ja zum Klanghaus. «Das St.Galler Stimmvolk hat erkannt, dass das Klanghaus nun auf solidem finanziellem Fundament und einem durchdachten Betriebskonzept basiert», so Fraktionspräsident Andreas Widmer. Das Vorhaben bringe nicht nur kulturelle, sondern auch wirtschaftliche Impulse für das Toggenburg.

Nun sucht der Bauchef die richtigen Handwerker

«Erleichtert» ist auch die SP über die Zustimmung. Sie habe das Klanghaus von Beginn weg unterstützt. Dass die Vorlage im Kantonsrat zunächst scheiterte, sei zwar ärgerlich gewesen – doch die zweite Runde der Debatte habe dann wertvolle Verbesserungen gebracht. «Dies indem sich das Toggenburg und die Standortgemeinden stärker finanziell engagieren und die Bevölkerung sich emotional spürbar enger ans Klanghaus gebunden fühlt.» Das Klanghaus sei eine «hervorragende Investition», so Parteipräsident Max Lemmenmeier. «Der Zusammenhalt in unserem Kanton lebt genau von solchen solidarischen Projekten.»

Auch die FDP ist zufrieden – und streicht die Arbeit ihrer Regierungsräte Martin Klöti und Marc Mächler heraus. Sie seien massgeblich am Erfolg der Klanghaus-Vorlage beteiligt gewesen.

Eröffnung im Jahr 2023

Apropos: Für Klöti ist das Thema fürs Erste abgeschlossen. Dass das Klanghaus gebaut wird, dafür sorgen nun Bauchef Mächler und sein Departement. «Die Planung ist schon weit fortgeschritten», sagt Mächler. Die Fragen der Architektur und Gestaltung seien schon geklärt. «In nächster Zeit werden uns vor allem die Arbeitsvergaben beschäftigen.» Das Klanghaus sei kein alltäglicher Bau und stelle besondere Herausforderungen an die Handwerker – es gelte, dafür die richtigen Leute zu finden. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich 2021, zwei Jahre später soll das Klanghaus eröffnet werden.

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