Nach Bahn auch Strasse ausbauen

Die Autobahn in St. Gallen rasch ausbauen, das Appenzellerland neu anschliessen, Fussgängerstreifen sicherer machen: Diese Schwerpunkte setzt die TCS-Sektion St. Gallen-Appenzell Innerrhoden wie im ablaufenden Jahr auch für 2013.

Fritz Bichsel
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ST. GALLEN. «Die Anlagen für Kurse und Fahrzeugkontrollen haben wir so ausgebaut, dass das Gebiet nun gut abgedeckt ist und Kapazitätsreserven bestehen.» Das sagt Sektionspräsident Luigi R. Rossi zur Infrastruktur des TCS St. Gallen-Appenzell Innerrhoden.

Einsatz für Strassenprojekte

Auch auf politischer Ebene habe der Touringclub fürs neue Jahr keine neuen Projekte. Dazu sagt Rossi aber: «Die grossen Probleme sind bekannt, aber leider noch nicht gelöst.»

Als dringlich bezeichnet Rossi die Beseitigung des Engpasses beim Verkehr durch St. Gallen und die bessere Anbindung des Appenzellerlandes an die Autobahn. Mit einer dritten Tunnelröhre und der Spange bis zum Güterbahnhof in St. Gallen sowie der Aufwertung der Verbindung Appenzell–Herisau zu einer Nationalstrasse und einem neuen Anschluss bei Gossau seien geeignete Projekte vorhanden.

Aber die Finanzierung sei nicht gesichert, und es bestehe die Gefahr, dass der Bund diese Vorhaben zurückstelle, sagte Rossi vor den Medien. «Der enorm subventionierte öffentliche Verkehr wird mit unendlichen Mitteln aus dem fast vollständig selber finanzierten Strassenverkehr favorisiert. Das führt dazu, dass für den Ausbau von Strassen kaum mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und wirtschaftliche Nachteile entstehen», beklagt der TCS-Präsident. Er fordert die Parlamentarier auf, sich gleichermassen für diese Strassenprojekte einzusetzen wie für das Bahn-Y.

Beim Parkplatzangebot in St. Gallen setzt sich der TCS auch nach dem Nein zum ersten Projekt für die Umgestaltung des Marktplatzes für den Bau eines Parkhauses Schibenertor ein.

Unsichere Fussgängerstreifen

Wie in weiteren Städten überprüfte der TSC in St. Gallen die Sicherheit bei Fussgängerstreifen. Von zehn befand er nur zwei als gut und nur einen als nachts ausreichend sichtbar. Jener zum Schulhaus in Rotmonten habe sich als einer der schweizweit gefährlichsten erwiesen. Luigi R. Rossi fordert weniger Streifen, diese an geeigneteren Stellen sowie für besseres Erkennen Blinkanlagen oder Reflektoren – wie sie der TCS bereits vor Jahren erprobt habe.

Für Neulenkerkurse

Für die Verkehrsausbildung von Primarschülern errichtete der TCS nach St. Gallen, Wattwil und Altstätten eine weitere Anlage in Sargans – auf Gelände, welches während der Erneuerung der Autobahn als Werkplatz gedient hatte. Zu den umstrittenen Weiterbildungskursen für Neulenker ruft er den Bund auf, sie weiterzuführen. Sie trügen viel zur Unfallprävention bei, sagt Rossi, weil junge Autofahrer Gefahren realitätsnah erlebten. Neutral ist der TCS hier allerdings nicht, denn er bietet solche Kurse selber an.

Mit dem dritten Servicecenter in Eschenbach erhöhte der TCS seine Kapazität für die Kontrolle von Fahrzeugen auf 4016 amtliche Prüfungen – total waren es 5777 Kontrollen, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Kantone könnten den Rückstand beim Vorführen der Fahrzeuge reduzieren. «Der TCS könnte nun doppelt so viele kontrollieren», sagt Luigi R. Rossi.

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