Nach Ertragsausfällen wegen Corona: Kanton St.Gallen unterstützt seine Spitäler mit 42 Millionen Franken

Der Kanton St.Gallen unterstützt die Spitäler und Kliniken für Ertragsausfälle, die sie während des vom Bundesrat verordneten Behandlungsverbots erlitten haben. Die Entschädigungen belaufen sich auf rund 42,3 Millionen Franken.

Drucken
Teilen
Wegen des Behandlungsverbots hätten die meisten Spitäler und Kliniken erhebliche Ertragsausfälle hinzunehmen, schreibt der Kanton St.Gallen.

Wegen des Behandlungsverbots hätten die meisten Spitäler und Kliniken erhebliche Ertragsausfälle hinzunehmen, schreibt der Kanton St.Gallen.

Bild: Arthur Gamsa

(pd/tn) Wie es in einer Mitteilung des Kantons St.Gallen heisst, verpflichtete der Bundesrat Spitäler und Kliniken, zwischen dem 17. März und 26. April 2020 auf nicht dringend angezeigte medizinische Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffe zu verzichten. Aufgrund dieses Behandlungsverbots hätten die meisten Spitäler und Kliniken erhebliche Ertragsausfälle, die nicht mit Erträgen aus der Behandlung von COVID-19-Patientinnen und Patienten kompensiert werden konnten, erlitten.

Mit möglichen Bundesgeldern verrechnen

«Da sich aus heutiger Sicht weder der Bund noch die Krankenversicherer an den Ertragsausfällen der Spitäler und Kliniken beteiligen, unterstützt der Kanton, der für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung zuständig ist, die st.gallischen Spitäler und Kliniken mit 42,3 Millionen Franken für diese Ertragsausfälle», heisst es in der Mitteilung des Kantons.

Sollten der Bund oder Dritte zu einem späteren Zeitpunkt doch noch Beiträge leisten, würden diese mit den vom Kanton geleisteten Entschädigungen verrechnet. Nicht Gegenstand der Vorlage seien Ertragsausfälle, die nach der Aufhebung des Behandlungsverbots entstanden sind.

Gebundene Ausgaben

Wie es weiter heisst, wolle die Regierung die vorgesehene Unterstützung aus dem besonderen Eigenkapital finanzieren. Es handle sich dabei um gebundene Ausgaben. Deshalb schreibt die Regierung:

«Diesen Ausgaben steht eine Entlastung in der Spitalfinanzierung gegenüber. Der Kanton beteiligt sich mit 55 Prozent an den Kosten der stationären Behandlungen.»

Durch das Behandlungsverbot hätten die Spitäler nur wenige stationäre Eingriffe durchführen können, was die Ausgaben des Kantons für die Spitalfinanzierung um mindestens 15 Millionen entlastet.