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MORDPROZESS: Schwangere erwürgt und angezündet

Geschworene am Landesgericht Feldkirch müssen sich morgen mit dem Tod einer hochschwangeren jungen Vorarlbergerin auseinandersetzen.

Anfang November 2015 wird in Frastanz bei Feldkirch eine junge Frau tot aufgefunden. Sie ist erwürgt und der Leichnam nachträglich in Brand gesteckt worden. Die Feuerwehr rückt mit 22 Leuten aus und kann den Brand unter Kontrolle bringen. Der Verdächtige, der aus der Dominikanischen Republik stammende, damals 25-jährige Vater des Kindes, schweigt. Erst ein Jahr nach dem Unglück redet er. «Offensichtlich vorbereitet und abgestimmt auf die bereits vorhandenen Ermittlungsergebnisse», meint die Anklagebehörde.

Der heute 28-jährige Verdächtige überraschte damals mit seiner Version: «Ein anderer war’s.» Ins Spiel kam damit ein Bekannter des Angeklagten, der diesem durch die brutale Tat angeblich eins auswischen wollte. «Es gibt keine Hinweise, dass der vom Beschuldigen Angegebene in irgendeiner Weise mit der Tat in Verbindung steht», meint die Anklagebehörde.

Mord, Brandstiftung und Störung der Totenruhe

Für das aufwendige Verfahren, das zusätzlich noch für den 4. Dezember anberaumt wurde, sind zahlreiche Zeugen geladen. Zwei Gerichtsmediziner werden zu Todesursache und DNA-Spuren Stellung nehmen. Auch der Beizug eines Spanischübersetzers zieht den Prozess in die Länge. Es gibt viele Indizien, die im Prozess genau erörtert werden müssen. Da sind die DNA-Spuren ebenso wichtig wie die Auswertung der Handydaten, die Beziehung von Kindesvater und Opfer ebenso wie die abwechselnd mit einer anderen Frau unterhaltene Liebesbeziehung. Neben Mord und Brandstiftung sind auch zwei relativ selten vorkommende Delikte aufgeführt: Schwangerschaftsabbruch ohne den Willen der Schwangeren und Störung der Totenruhe. Ersteres, weil auch das ungeborene Kind starb. Die Frau war im achten Monat schwanger. Letzteres, weil der Leichnam nach der Tat angezündet und somit im rechtlichen Sinne «misshandelt» wurde. Bis zum Urteilsspruch gilt die Unschuldsvermutung.

Arbeitsloser Lagerarbeiter, bislang unbescholten

Es wird sich zeigen, ob die von den Ermittlern zusammengetragenen Fakten für eine Verurteilung ausreichen. Laut Gesetz muss nicht der Angeklagte seine Unschuld, sondern die Anklagebehörde seine Schuld beweisen. Gibt es Zweifel, müssen die Geschworenen den Angeklagten freisprechen. Der Dominikaner bleibt jedenfalls dabei: «Ich war es nicht.» Bislang war er als Arbeiter in der Lagerlogistik beschäftigt, verdiente ganz gut und hatte trotzdem einiges an Schulden. Er stammt aus San Cris- tóbal, einer Stadt mit 140000 Einwohnern. Mit 15 kam er mit seiner Mutter nach Liechtenstein, war zuletzt arbeitslos. Bislang war er unbescholten, liess sich also strafrechtlich nie etwas zu Schulden kommen. Der Vormittag des ersten Verhandlungstages ist reserviert für seine Aussage. Innerhalb mehrerer Stunden hat er die Möglichkeit, seine Version der Geschichte darzustellen. Danach kommen die Gutachter und die Zeugen zu Wort.

Christiane Eckert

ostschweiz@tagblatt.ch

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