Mordanklage gegen den Schützen von Rapperswil

RAPPERSWIL-JONA. Die Staatsanwaltschaft hat eine Mordanklage gegen den mutmasslichen Schützen eingereicht, der vor neun Monaten beim ehemaligen Swisscom-Gebäude einen Mann erschossen haben soll.
Marc Allemann
Der Tatort: Hauseingang des ehemaligen Swisscom-Gebäudes. (Bild: Willi Meissner)

Der Tatort: Hauseingang des ehemaligen Swisscom-Gebäudes. (Bild: Willi Meissner)

Vor neun Monaten herrschte helle Aufregung in Rapperswil-Jona, nachdem ein Haustechniker beim ehemaligen Swisscom-Gebäude tot im Hauseingang gefunden worden war. Der Mann war mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet worden. Die St. Galler Staatsanwaltschaft hat nun Mordanklage gegen einen in Haft sitzenden Verdächtigen eingereicht.

«Die Anklage lautet auf Mord und ist vor einer Woche bei uns eingetroffen», bestätigt Hans Keller, Präsident des Kreisgerichts See-Gaster, einen Bericht des «Tages-Anzeigers». Vorgesehen sei wenn möglich ein Gerichtstermin im Frühling, sagt Keller weiter.

Belastende Indizien

Der angeklagte 57jährige Schweizer soll gemäss Staatsanwaltschaft am 25. März den Haustechniker des Gebäudes an der Alten Jonastrasse mit einer Pistole erschossen haben. Mit einem Grossaufgebot fahndete die Kantonspolizei nach dem zunächst unbekannten Mann mit Rossschwanz. Dank Zeugenaussagen konnte die Polizei den Angeklagten einen Tag nach der Tat in seinem Elternhaus verhaften.

Der Verdächtige befindet sich seither in Haft. Er hat gemäss Staatsanwaltschaft stets seine Unschuld beteuert. Die Anklage sei aufgrund einer belastenden Indizienkette erfolgt, sagte die zuständige Staatsanwältin Ursula Strauss. Nach der Verhaftung des mutmasslichen Täters fahndete die Polizei noch intensiv nach der Pistole. Ob die Tatwaffe in der Zwischenzeit gefunden wurde, wollte Strauss nicht bestätigen.

Unklares Motiv

Das Motiv des Angeklagten ist unklar. Er war im Swisscom-Gebäude eingemietet, die Liegenschaftsverwaltung hatte ihm aber bereits gekündigt. Laut der Schwester des Opfers waren der Angeklagte und der Haustechniker einander schon früher in die Haare geraten, weil der Angeklagte seinen Jeep Cherokee auf dem Lieferantenparkplatz abgestellt hatte.

Auch die Biographie des Mannes ist ein Rätsel. Während Jahren war er untergetaucht. Seine Eltern gaben während dieser Zeit eine Vermisstmeldung auf. In Zürich, wo der Angeklagte eine Zeit lang wohnte, hinterliess er hohe Mietschulden. Auch der Beruf des Mannes ist ungewiss. Auf Visitenkarten gab er sich als Anwalt aus. Gemäss Staatsanwaltschaft besitzt der Angeklagte jedoch keinen akademischen Hintergrund.

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