Mord, Diebstahl und weitere Delikte: Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen klagt 35-jährigen Algerier an

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen klagt einen 35-jährigen Algerier wegen Mordes, Diebstahls sowie weiterer Delikte an. Es wird eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren beantragt.

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Das Mehrzweckgebäude in Heiligkreuz.

Das Mehrzweckgebäude in Heiligkreuz.

Bild: Heinz Gmür

(pd/nat) Der Beschuldigte steht in Verdacht, am 13. Februar 2018 in der Gruppenunterkunft für rechtskräftig abgewiesene Asylbewerber in Heiligkreuz (Gemeinde Mels), um ca. 11.30 Uhr mit einem eigens dafür besorgten Küchenmesser 29 Mal auf einen damals 38-jährigen Ägypter eingestochen und ihm so todbringende Verletzungen zugefügt zu haben. Das teilt die St.Galler Staatsanwaltschaft in einem Communiqué mit.

Die Kantonspolizei St.Gallen konnte den Beschuldigten am gleichen Tag um 11.45 Uhr in Mels verhaften. Das Opfer verstarb am 14. Februar 2018 zufolge erheblichen Blutverlusts im Spital.

Freiheitsstrafe von 20 Jahren und Landesverweisung beantragt

Die in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St.Gallen und dem Institut für Rechtsmedizin geführte Untersuchung ist laut Mitteilung abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen erhebt beim Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland Anklage wegen Mordes, Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts, mehrfacher Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung und mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes.

Es wird eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren, eine Busse von 500 Franken sowie eine Landesverweisung von 15 Jahren beantragt. Der Beschuldigte befand sich vom 13. Februar 2018 bis zum 3. Juli 2018 in Untersuchungshaft, seit dem 4. Juli 2018 ist er im vorzeitigen Strafvollzug.

Ausschaffung 2017 gescheitert

Am 14. September 2017 hätte der Algerier mit einer polizeilichen Begleitung ausgeschafft werden sollen, schrieb die St.Galler Regierung 2018 in ihrer Antwort auf einen dringlichen Vorstoss. Aufgrund des Verhaltens des Mannes im Flugzeug habe sich der Pilot jedoch geweigert, den Algerier im Linienflug mitzunehmen. Das Rückübernahmeabkommen mit Algerien sehe keine Sonderflüge vor. Somit bestehe keine Möglichkeit, eine ausländische Person zwangsweise gegen ihren Willen auszuschaffen.

Nach der gescheiterten Ausschaffung wurde die Ausschaffungshaft, welche 18 Monate nicht überschreiten darf, nicht verlängert. «Eine Ausschaffung war nicht mehr absehbar», hielt die Regierung fest.