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MODEINDUSTRIE: Ostschweizer erinnern sich an Hubert de Givenchy, den Freund

Mit dem Tod des französischen Modeschöpfers Hubert de Givenchy verliert die Modewelt einen Meister. Er arbeitete von Anfang an eng mit den St.Galler Stickerei- und Modeunternehmen zusammen. Wegbegleiter erinnern sich.
Odilia Hiller
Für Givenchy typischer übergrosser Hut aus dem Jahr 1960, verarbeitet mit einer St.Galler Stickerei von Forster. (Bild: PD)

Für Givenchy typischer übergrosser Hut aus dem Jahr 1960, verarbeitet mit einer St.Galler Stickerei von Forster. (Bild: PD)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong style="margin: 0px; padding: 0px; font-size: 18px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent; color: rgb(0, 120, 190);"><em style="margin: 0px; padding: 0px; font-size: 18px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;">www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Er war eine Erscheinung. Gross, elegant, raumfüllend – und nebst Modeschöpfer Unternehmer durch und durch. Nach dem Tod des Couturiers Hubert de Givenchy vor acht Tagen in Paris überschlagen sich die französischen Medien mit Lobeshymnen auf einen der grossen Meister der Pariser Eleganz. Er hatte seit den 1950er-Jahren im Gleichschritt mit Häusern wie Dior, Chanel oder Balenciaga die Metropole zum Zentrum der internationalen Modewelt gemacht.

Einige St.Galler Textilfirmen pflegten enge Geschäftsbeziehungen zum Modeschöpfer. Die Forster Willi AG, heute eine Division der Forster Rohner AG, war seit 1952, von der ersten Givenchy-Kollektion an, mit ihren Stickereien dabei. Bis zu Givenchys Austritt aus seinem an den LVHM-Konzern verkauften Haus im Jahr 1995 entwickelte Forster mit ihm und den Kreativteams unzählige Stickereien für seine Haute-Couture. Die Zusammenarbeit ging mit Givenchys Nachfolgern John Galliano und Alexander McQueen weiter und dauert bis heute an.

«Wir sind in Paris bei ihm ein und aus gegangen», erinnert sich der ehemalige Kreativchef von Forster, Tobias Forster, der mit seinen Brüdern Peter und Ueli im Jahr 1965 die St.Galler Firma in dritter Generation übernahm. Eine herz­liche, enge Geschäftsbeziehung hätten sie zu Givenchy gepflegt – wie schon ihr ­Vater Willi Forster. Eine von Givenchys treuesten Privatkundinnen war Tobias Forsters Mutter Doris, die sich gerne in Haute Couture von Givenchy kleidete.

Tobias Forster bezeichnet Givenchy als liebenswürdige Persönlichkeit mit ausgeprägtem Geschäftssinn: «Er war sehr kaufmännisch orientiert.» Die Termine mit Givenchy fanden meist um 8.30 Uhr morgens statt. Während Forster im Vorzimmer wartete, hörte er, dass Givenchy davor schon eine Geschäftsleitungssitzung abhielt – die Türen standen allen offen.

«Das heisst, sie hatten sicher um 7 oder 7.30 Uhr angefangen.» Das ist aussergewöhnlich früh für französische Verhältnisse. «Es zeigt vor allem, wie diszipliniert er arbeitete», sagt Forster.

«Der vollendetste Gentleman, den ich je getroffen habe»

Eine besondere Dimension hat der Abschied von Givenchy für die St.Galler Unternehmerfamilie Kriemler von Akris. Fünf Tage vor seinem Tod, am Montag, 5. März, hatten Chefdesigner Albert Kriemler und sein Bruder und Geschäftsführer Peter Kriemler noch mit Hubert de Givenchy und seinem Lebensgefährten Philippe Venet in deren Pariser Haus zu Mittag gegessen – auf Givenchys Einladung.

«Er war unserer Familie, besonders unseren verstorbenen Eltern Max und Ute, sehr verbunden», sagt Albert Kriemler. Givenchy habe ihre Mutter vergöttert. «Auch an diesem Mittagessen erwähnte er sie immer wieder.» Die Akris-Ateliers hatten in den 1970er-Jahren für Givenchy die Prêt-à-porter-Kollektionen «Givenchy Nouvelle Boutique» und «Givenchy 5» produziert und vertrieben. «Givenchy, bei dem ich schon als Teenager im Studio Anproben mitverfolgen durfte, war eine meiner grossen Inspirationsquellen. Er war aber auch ein Freund.» Und der vollendetste Gentleman, den er je getroffen habe.

Zur Person

Graf Hubert James Marcel Taffin de Givenchy (1927–2018) hiess der Gründer und langjährige Kopf des französischen Modehauses Givenchy mit vollem Namen. Er prägte die internationale Mode seit den 1950er-Jahren mit seinen aufsehenerregenden Entwürfen, Roben und Hüten. Kundinnen wie Jacqueline Kennedy Onassis, Kaiserin Farah Pahlavi, Grace Kelly, die Herzogin von Windsor, Marlene Dietrich, Greta Garbo, Lauren Bacall, Jeanne Moreau oder Ingrid Bergman trugen seine Kleider in die Welt. Der Name ist aber vor allem mit Schauspielerin Audrey Hepburn verbunden, die eine enge Freundin wurde. Givenchy war mit dem Couturier Philippe Venet liiert. Am Samstag, 10. März 2018, ist der Meister seines Fachs im Alter von 91 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. (oh)

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