Mobbingprozess zu Ende

In der Klage eines Schülers gegen die Republik Österreich ist eine Einigung erzielt worden.

Christiane Eckert
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FELDKIRCH. Im Oktober 2014 begann am Landesgericht Feldkirch ein ungewöhnlicher Zivilprozess. Ein Gymnasiast klagte die Republik Österreich, weil er jahrelang von Kollegen gemobbt wurde und die Schulleitung angeblich zu wenig dagegen unternommen hätte. Der Junge kämpfte mit psychischen Problemen und musste in Behandlung. In einigen Anläufen wurden Schüler einvernommen, Lehrer befragt. Immer wieder betonten die Eltern, dass es ihnen vor allem wichtig sei, das Problem öffentlich zu machen und aufzuzeigen, dass man sie seitens der Schule völlig im Stich gelassen habe. Vergleichsmöglichkeiten wurden angekündigt, doch die Anwältin der Republik negierte Versäumnisse, die Eltern signalisierten Kampfbereitschaft.

Doch eine Einigung

Zunächst war der Prozess mehrmals vertagt worden, dann stand eine weitere Vertagung auf 21. Dezember an. Doch nun ist auch dieser Prozesstermin hinfällig, denn die Parteien haben sich laut ORF in einem aussergerichtlichen Vergleich doch noch geeinigt. Ursprünglich hatte der Junge 21 000 Euro Schmerzensgeld für das erlittene psychische Leid eingeklagt. Was die Parteien finanziell vereinbart haben und ob es seitens der Schule doch ein Eingeständnis gab, bleibt offen.

Vergleich als friedliche Lösung

Vergleiche sind im österreichischen Zivilrecht eine aus Prozesskostengründen recht häufige Art der Erledigung einer streitigen Causa. Formal tritt «ewiges Ruhen» ein und bei aussergerichtlichen Vereinbarungen erfährt meist nicht einmal das Gericht, was Inhalt des Kompromisses war. Manchmal spielen gesundheitliche oder andere private Gründe eine Rolle, manchmal kann ein Anwaltswechsel entscheiden.

Der Mobbingprozess «Bregenzer Gymnasiast klagt Republik Österreich» ist jedenfalls zu Ende. Der Bub hat seit einiger Zeit die Schule gewechselt und fühlt sich am neuen Ort wohl.

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