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Mitarbeitende fördern und fordern

Die Gesundheit der Mitarbeitenden zählt im St. Galler Kantonsspital und im Pflegeheim St. Otmar doppelt. Nur gesundes Personal kann den hohen Anforderungen genügen, die in der Krankenpflege Alltag sind.
Markus Löliger
Pflegearbeiten können trotz Hilfsmitteln kräftezehrend sein. (Bild: Markus Löliger)

Pflegearbeiten können trotz Hilfsmitteln kräftezehrend sein. (Bild: Markus Löliger)

Das Pflegeheim St. Otmar und das Kantonsspital St. Gallen sind weder in ihren Aufgaben noch in ihrer Grösse vergleichbar. Und doch: An beiden Orten kommt dem betrieblichen Gesundheitsmanagement eine besondere Bedeutung zu. Nur gesundes Personal kann den hohen Anforderungen genügen, die in der Krankenpflege Alltag sind.

In beiden Institutionen geht es darum, Heimbewohnerinnen und -bewohner respektive Spitalpatientinnen und -patienten zu pflegen, die akut oder chronisch krank sind und der Hilfe bedürfen. Kranke haben zudem oft eine beschränkte Abwehrkraft gegen Krankheitskeime. Das bedingt Vorsicht im Umgang. Trotzdem sagt Pflegedienstleiter Roland Garoni vom Pflegeheim St. Otmar: «Hygiene wird bei uns nicht nur wegen der Heimbewohner intensiv betrieben. Deshalb hat es überall Desinfektionsmöglichkeiten, um die Hände keimfrei zu halten.» Die Mitarbeitenden müssten lernen, dass sie das nicht nur für die Bewohner des Heims machten, sondern auch, um sich selber zu schützen und gesund zu bleiben. Das Pflegeheim hat zwei Abteilungen, welche auf die Bedürfnisse von Demenzkranken ausgerichtet sind und entsprechend geschultes Personal. Insgesamt sind es 120 Mitarbeitende auf knapp 90 Betten.

Hohe Ansprüche an die Medizin

Im Kantonsspital St. Gallen mit seinen 5000 Mitarbeitenden ist es kaum anders. Auch dort wird der eigenen Gesundheit Sorge getragen. Allerdings gibt es im Kantonsspital für die betriebliche Gesundheitsförderung eine eigene Fachstelle. Im Kantonsspital steht das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) auf drei Säulen, sagt der verantwortliche Leiter Matthias Isenschmid. «Es sind die Themenschwerpunkte Personalführung und Personalentwicklung, die eigentliche Gesundheitsförderung und das Arbeitsumfeld.» Es gehe beim Gesundheitsmanagement immer um die Kernfragen der Führung und des Verhaltens. «Ersteres betrifft die Vorgesetzten, das zweite die persönliche Einstellung und das individuelle Verhalten im Betrieb», sagt Isenschmid. Das Ziel sei es, die Motivation und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu erhalten und zu erhöhen sowie die Eigenverantwortung zu fördern und mittelfristig die Kosten durch Absenzen zu senken. In der ersten BGM-Säule stehen entsprechend neben der Schulung der Führungspersonen und der Beratung der Mitarbeitenden zwei wichtige Instrumente im Vordergrund: Das Anwesenheitsmanagement und das Case Management.

Das Anwesenheitsmanagement nimmt sich insbesondere der Mitarbeitenden an, führt im Zusammenhang mit Abwesenheiten strukturierte Unterstützungsgespräche durch, um zu klären, ob von Unternehmensseite etwas beigetragen werden kann zur Gesundung und Gesunderhaltung. Das Case Management unterstützt Mitarbeitende bei längerer Abwesenheit mit dem klaren Ziel der Rückkehr an den Arbeitsplatz. «Bei den Ursachen für lange Abwesenheiten halten sich physische und psychische Gründe ungefähr die Waage», sagt Isenschmid. Er verweist dabei auf die arbeitsbedingten Belastungen etwa beim Rücken ebenso wie auf den Stressfaktor, der im Gesundheitswesen durch die hohen Ansprüche an die Medizin gross sei.

Der Gesunderhaltung dient ein breites internes Kursprogramm mit dem Fokus auf Ausdauer, Kraft oder Entspannung. Die Angebote reichen von Yoga über Pilates und Powerfit bis hin zu Indoorcycling, Fit und Aktiv 50+, Qigong, Autogenes Training und Zumba. Sie tragen zum physischen und psychischen Wohlbefinden bei.

Mitarbeiter nicht überfordern

Das Pflegeheim St. Otmar ist zwar um ein Vielfaches kleiner, aber auch hier wird die Gesundheitsförderung aktiv betrieben. Sie ist bei der obersten Führung angesiedelt und ist Teil der Unternehmenskultur. Ergänzt wird sie durch Aktionen für alle sowie durch gezielte, individuell ausgerichtete Angebote. «Wir betreuen unsere Mitarbeitenden auch dann, wenn es ihnen nicht gut geht», sagt Pflegeleiter Roland Garoni. Das könne bis zur Anpassung des Arbeitseinsatzes gehen und entspreche einem Case Management. Ein Projektleiter ist zudem dafür verantwortlich, dass die Anforderungen an die einzelnen Mitarbeitenden stimmen und diese nicht überfordern. «Wir wollen die Mitarbeitenden fordern und fördern. Dazu gehört auch eine interne Laufbahnberatung, bei welcher wir die Mitarbeitenden durch Weiterbildung besser qualifizieren und ihnen mehr Verantwortung übertragen.» Pflegeleiter Garoni hat damit bisher gute Erfahrung gemacht. Zum Wohlbefinden der Mitarbeitenden trügen zudem das Vorbild der Vorgesetzten, das persönliche Mitarbeitergespräch sowie Zeichen der Wertschätzung bei, ist Garoni überzeugt.

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