Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Mit «TG-Light» zum energieeffizienten Neubau

Das Thurgauer Gesetz für effiziente Energienutzung im Gebäudebereich wird renoviert. Bei Neubauten ist mit «TG-Light» eine Vereinfachung der Vorschriften geplant. Elektroheizungen sollen bis 2035 ganz verschwinden.
Christian Kamm
Neubau nach dem strengen Minergie P Standard. (Bild: PD)

Neubau nach dem strengen Minergie P Standard. (Bild: PD)

Als «typische Thurgauer Lösung» preist der Kanton in seiner Medienmitteilung «TG-Light» an – als einen pragmatischen Weg, mit dem der administrative Aufwand für Bauherren und Gemeinden abgebaut werde. Das vereinfachte energietechnische Nachweisverfahren bei Neubauten ist Bestandteil der Revision des kantonalen Energienutzungsgesetzes, um die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2014» (MuKEn) umzusetzen. Die entsprechende Botschaft an den Grossen Rat ist am Freitag veröffentlicht worden.

Nur noch sechs Anforderungen

Statt umfangreich und detailliert alle möglichen Werte dokumentieren zu müssen, stellt TG-Light nur sechs Anforderungen für einen Energienachweis (Kasten unten), der sich damit auf eine A4-Seite reduzieren lässt. Verzichtet wird etwa auf Vorgaben zu den Berechnungen von Wärmebrücken oder Leitungsdämmungen bei Wärmeverteilung und Lüftung. Trotz dieses tieferen Anforderungsprofils zeigt sich die Kantonsregierung überzeugt, mit TG-Light in der Regel den Standard von MuKEn 2014 erreichen zu können. Darüber hinaus muss bei Neubauten künftig ein Teil der benötigten Elektrizität selber produziert werden. Trotz Kritik in der Vernehmlassung wurde an diesem Punkt festgehalten. «Eine Stromproduktion am Gebäude ist heute problemlos möglich und auch wirtschaftlich attraktiv», schreibt der Kanton.

Auflage beim Ersatz der Heizung

Änderungen stehen auch bei den bestehenden Wohnbauten ins Haus. Sie sollen zumindest teilweise auf erneuerbare Energie umstellen. Dann nämlich, wenn es sich um eine nicht sanierte Liegenschaft mit sehr hohem Energieverbrauch handelt (18 Liter Erdöläquivalent pro m2 und Jahr) und die Heizung erneuert werden muss. In diesem Fall sollen künftig zehn Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien gewonnen oder ansonsten eingespart werden. Die zehn Prozent könnten etwa von einem Sonnenkollektor stammen beziehungsweise aus Biogas. Die ursprünglich geplante Beschränkung der Biogas-Option auf städtische Kern- und Dorfzonen hat die Regierung nach dem Vernehmlassungsverfahren fallen gelassen.

Buchstäblich der Stecker gezogen wird den Elektroheizungen. Neue Anlagen sind schon seit 2011 verboten, aber jetzt sollen die noch laufenden innert 15 Jahren ersetzt werden. «In dieser Zeitspanne sind die bestehenden Anlagen amortisiert», heisst es in der Botschaft an den Grossen Rat. Dem heutigen Stand der Technik entsprechende Wärmepumpensysteme produzieren laut Kanton mit gleichem Stromeinsatz die vier- bis fünffache Wärmemenge. In der Pflicht stehen die Besitzer von Wohnbauten mit zentraler Elektrodirektheizung (kantonsweit zwei Prozent) und einer zentralen rein elektrischen Warmwasseraufbereitung (17 Prozent).

Investitionen rechnen sich

Dass Neubauten einen besseren Wärmeschutz erfüllen und in der Regel eine kleine Solaranlage aufweisen müssen, macht das Bauen teurer. Die Mehrkosten werden sich laut Schätzung des Kantons bei einem Einfamilienhaus auf 10000 bis 15000 Franken belaufen – die durch tiefere Betriebskosten allerdings amortisiert werden.

Im Fall eines energiefressenden Altbaus kommen die Investitionen beim nächsten Heizungsersatz je nach Variante auf 5000 bis 30000 Franken zu stehen. Die Behörden rechnen damit, dass eine ausgediente Öl- oder Erdgasheizung am häufigsten durch ein kombiniertes System einer kleinen Luft/Wasser-Wärmepumpe mit einer Erdgasheizung ersetzt wird.

Nachweis vereinfachen

«TG-Light» heisst das vereinfachte Nachweisverfahren für die Energievorschriften im Baubereich. Es definiert die Eckwerte für Neubauten mit nur sechs Anforderungen: 1. Anforderungen an die Gebäudehülle 2. aussenliegende Beschattung 3. eine fossilfreie und nicht direktelektrische Beheizung und Warmwasseraufbereitung 4. eine maximale Vorlauftemperatur 5. eine Eigenstromproduktion (10 Watt pro m2) 6. eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung oder alternativ weitere 10 Watt pro m2 Eigenstromproduktion. (ck)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.