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Mit K(l)ick zum Tor: E-Sportler aus Scherzingen träumt von der grossen Karriere

Für den Thurgauer Yannick Gurtner ist Gamen nicht nur ein Hobby. Der Fifa-Spieler träumt vom E-Sport-Weltmeistertitel.
Janine Bollhalder
E-Sportler Yannick Gurtner mit seinem Controller. (Bild: Donato Caspari)

E-Sportler Yannick Gurtner mit seinem Controller. (Bild: Donato Caspari)

Fussball hat ihn schon immer begleitet: Yannick Gurtner hat als Kind in Arbon auf dem Rasen gespielt, heute kickt er im bequemen Bürostuhl. Der 26-jährige Thurgauer ist E-Sportler. Seine Leidenschaft: das Videospiel Fifa.

Die Freude am Gamen hat er bereits früh entdeckt. Erst noch als lockere Freizeitbeschäftigung. Dass man dies professionell machen kann, erkannte er dann vor drei Jahren. Durch Zufall sei er auf ein E-Sport Turnier in Kreuzlingen, seinem damaligen Wohnort, gestossen.

«Ich habe mitgemacht und bin Runde um Runde weitergekommen.»

Für den Sieg habe es dann aber nicht gereicht. Seitdem ist Gurtner aber nicht mehr Gamer, sondern E-Sportler. Er erklärt:

«E-Sport ist Gamen im Wettkampfmodus»

Sein ambitioniertes Ziel: Weltmeister werden.

Vollzeitjob am Tag, E-Sport am Abend

Fifa ist ein virtuelles Fussballspiel. Die Spieler können sich eine Mannschaft aus beliebigen Kickern der realen Welt zusammensetzten, welche sie dann alle steuern. Diese elektronischen Fussballer kosten natürlich – wie in der Realität auch. 100 Franken entsprechen 12'000 «Fifa Coins».

Damit kann Yannick Gurtner ein «Packet» kaufen, in welchem er zufällig ausgewählte Spieler erhält. Natürlich hoffe man immer, einen teuren Spieler wie etwa Cristiano Ronaldo im «Packet» zu haben, denn diese bringen der Mannschaft mehr Leistung.

Gurtner investiert rund 300 Franken pro Jahr. «Professionelle E-Sportler investieren bis zu zehnmal so viel Geld», weiss er. Diese Spieler werden aber im Gegensatz zu ihm dann auch für ihre Spielleistung entlohnt und können zehn Stunden am Tag trainieren. Der gelernte Mediamatiker Gurtner hingegen arbeitet Vollzeit in der Marketingabteilung eines Bauunternehmens in Kreuzlingen.

«Wenn ich abends nach Hause komme, esse ich etwas und setze mich dann an den Bildschirm, um Fifa zu spielen.»

Drei Stunden übe er täglich. Besonders viel Zeit investiert Gurtner am Wochenende in das Videospiel Fifa: «Dann kann ich online bis zu 30 Matches spielen, um mich für die Wettkämpfe zu qualifizieren», sagt Yannick Gurtner. Bis zu 13 Stunden sitze er dann jeweils in seinem E-Sport-Raum.

Der 26-Jährige würde E-Sport gerne professionell betreiben. (Bild: Donato Caspari)

Der 26-Jährige würde E-Sport gerne professionell betreiben. (Bild: Donato Caspari)

«Natürlich werde ich manchmal laut, wenn ein Spiel nicht so läuft, wie ich es mir gewünscht habe»

Seine Mutter, mit welcher er in Scherzingen wohnt, sei diese Ausbrüche aber gewohnt. Der einzige Leidtragende sei dann jeweils der Controller, mit welchem er die Fussballspieler auf dem Bildschirm lenke: «Der fliegt dann manchmal an die Wand.» Wie viele er denn im Jahr nachkaufen müsse? «Zwei bis drei Stück sind es schon», sagt Gurtner. Aber das sei ein normaler Verschleiss unter Gamern.

Wenn er nicht am Wochenende Zuhause ein Match spielt, ist er an einem E-Sport-Turnier. «Die meisten finden in der Nähe statt, in St. Gallen oder Zürich. Ich war aber auch schon im Tessin und in München», sagt Yannick Gurtner. Die Turniere können bis zu zehn Stunden dauern. «Es ist zwar jeweils sehr anstrengend, macht aber auch Spass.»

Ein einzelnes Spiel dauere sechs Minuten und erfordere vollste Konzentration. «Meistens gehe ich nach einem Spiel an die frische Luft, um meinen Kopf zu lüften», sagt Gurtner. Energy Drinks seien natürlich auch hilfreich.

Aufstrebendes Hobby mit Berufsperspektive

Die Vielfalt an E-Sport-Disziplinen ist gross. Neben Fussballspielen wie Fifa gibt es auch Strategiespiele wie League of Legends, es gibt den Landwirtschaftssimulator oder sogenannte Ego-Shooter wie Counter Strike – ein Spiel, bei welchem ein Team Terrorakte plant und ein anderes, diese zu verhindern versucht. Yannick Gurtner aber habe sich nie für gewalthaltige Spiele begeistern können.

Sämtliche Spiele werden natürlich immer weiterentwickelt, so auch Fifa. Jedoch: Mit jeder Neuausgabe wird sein Level beim virtuellen Fussballspiel wieder auf Null gesetzt – er muss von vorne beginnen. «Das ist schon nervig», sagt Gurtner. Andererseits: «Dann haben wieder alle die gleichen Chancen.» Der E-Sport habe ihm Disziplin gelehrt und eine schnelle Auffassungsgabe geschenkt. Aber, ob er jemals Weltmeister wird, bezweifelt er – denn:

«In der Schweiz ist die Szene noch nicht so weit entwickelt. Aber ich denke, das wird noch kommen.»

Weltmeistertitel als Ticket nach Mailand

Der 22-jährige Mohammed Harkous ist der amtierende Fifa 19 Weltmeister. Der Titel hat es dem Deutschen ermöglicht, die Fifa Football Awards in Mailand zu besuchen. Dort hat er den amtierenden Fifa-Weltfussballer Lionel Messi sowie die Weltfussballerin Megan Rapinoe getroffen. Die nächste Fifa-Weltmeisterschaft findet im Juli 2020 statt.

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