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Mit Kameras, aber ohne Kondukteure

ST.GALLEN. Ab 9. Juni verkehren auf der Strecke St.Gallen - Chur vier neue Züge des Typs Regio-Dosto. Zugbegleiter sind in den neuen Kompositionen des Rheintal -Express (REX) nicht mehr nötig, für Sicherheit sorgen Überwachungskameras – und wenn nötig die Transportpolizei.
Sarah Gerteis
Im Bahnverkehr kam es zwischen Weinfelden und Romanshorn am Mittwochabend zu Verspätungen. (Bild: rtl/Archiv)

Im Bahnverkehr kam es zwischen Weinfelden und Romanshorn am Mittwochabend zu Verspätungen. (Bild: rtl/Archiv)

Die Doppelstock-Züge der Firma Stadler Rail ersetzen teils über 40 Jahre altes Rollmaterial und bieten 120 Sitzplätze in der ersten sowie 415 in der zweiten Klasse, wie die SBB in einer Medienmitteilung schreibt. Mit den neuen REX-Zügen wollen die Kantone St.Gallen und Graubünden zusammen mit der SBB die Kapazität vergrössern, um den stetig steigenden Passagierzahlen gerecht zu werden. Erfahrungen auf anderen Strecken hätten gezeigt, dass der Regio-Dosto bei der Kundschaft gut ankomme, so die SBB.

"Abschaffung ist kein Abbau"
Trotz mehr Kapazität und Komfort gab es nach der Ankündigung der neuen Züge Misstöne. Grund für den Unmut: Das neue Rollmaterial wird ohne Zugbegleiter auskommen. Die St.Galler Ständeräte Paul Rechsteiner und Karin Keller-Sutter wandten sich diesbezüglich an SBB-Chef Andreas Meyer und suchten das Gespräch. Rechsteiner etwa monierte gegenüber Tagblatt Online, dass das neue Rollmaterial zwar einen Fortschritt bedeute, der aber "mit der Abschaffung der Kondukteure gleich wieder zunichte gemacht werden soll".

SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi gibt jedoch zu bedenken, dass Regionalzüge wie der REX in der Schweiz seit Jahrzehnten nicht mehr begleitet seien. Beim REX aber habe man wegen des alten Rollmaterials noch immer Zugbegleiter eingesetzt. "Sie mussten sich beispielsweise vor der Abfahrt auf den Bahnhöfen vergewissern, dass alle Türen geschlossen sind." Die Abschaffung der Zugbegleiter bedeutet laut Pallecchi deshalb keinen Abbau, sondern eine Anpassung an schweizweite Regeln.

Sicherheitskonzept für den REX
Um die Sicherheit im Regio-Dosto zu gewährleisten, haben die beteiligten Kantone und die SBB ein Sicherheits- und Kontrollkonzept ausgearbeitet, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Kameras zeichnen das Geschehen im Zugsinnern auf, ein Notfallknopf bei den Türen stellt eine 24-Stunden-Verbindung mit der Zentrale sicher und die Transportpolizei wird einzelne Züge begleiten. "Die Fahrgäste sollen sich sicher fühlen", sagt Pallecchi. Das Konzept komme bereits seit zwei Jahren in Regionalzügen im Grossraum Zürch zum Einsatz und habe sich bewährt.

Vorerst ohne Gästebetreuer
Noch unklar ist, ob sich die Passagiere in den neuen Zügen verpflegen können. Zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass die SBB in einem Pilotprojekt sogenannte Gästebetreuer auf der REX-Strecke einsetzen will, die Speisen und Getränke verkaufen, aber auch regionale Reiseauskünfte erteilen. Ob dieses Pilotprojekt wie angekündigt mit dem Fahrplanwechsel lanciert wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Gemäss Communiqué wird "ein entsprechendes Konzept für ein Verpflegungsangebot" in den nächsten Monaten ausgearbeitet.

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