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Mit Fish and Chips: Wie Briten in der Ostschweiz Prinz Harry und Meghan feiern

Wenn englische Königskinder vor rund einer Milliarde Fernsehzuschauer Ja sagen, lassen sich das auch die Briten in der Ostschweiz nicht entgehen. Vor dem Fernseher mit ein paar waschechten Engländern.
Odilia Hiller
1/3: Vorfreude auf die royale Hochzeit beim Anglo-Swiss Circle St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

1/3: Vorfreude auf die royale Hochzeit beim Anglo-Swiss Circle St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Das ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: tagblatt.ch/epaper

Ob mir aufgefallen sei, wie schön das Wetter in Windsor sei, fragt Marianne, Engländerin und pensionierte Lehrerin des St. Galler Instituts am Rosenberg. «In St. Gallen regnet es doppelt so viel wie in England. Trotzdem schreiben die Medien immer, es regne so viel in Grossbritannien. Das regt mich auf.» Die Wahrheit ist: Es ist ein wunderschöner Tag. In der Ostschweiz und in ­Windsor, wo Prinz Harry seinem ­Hollywood-Sternchen Meghan Markle in einem gigantischen TV-Spektakel ewige Treue verspricht. Die Stimmung hier und dort könnte nicht besser sein.

Wir sitzen im Wohnzimmer von Norman Trounce, dem Präsidenten des Anglo-Swiss Circle St. Gallen. Ein Anruf genügte, und die «Ostschweiz am Sonntag» war eingeladen, mit ihm, seiner in den USA aufgewachsenen Schweizer Freundin Doris, dem pensionierten britischen Architekten Michael, dem Ehepaar John und Heather sowie Marianne die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle zu schauen. Bis auf Doris sind sie alle Briten, die es vor Jahrzehnten wegen der Liebe oder des Berufs in die Schweiz verschlug.

2/3: Fish and Chips und englischer Weisswein stimmen auf das Ja-Wort ein. (Bild: Ralph Ribi)

2/3: Fish and Chips und englischer Weisswein stimmen auf das Ja-Wort ein. (Bild: Ralph Ribi)

Norman und Doris servieren Fish and Chips, englischen Weisswein namens Sharpham, Jahrgang 2015, aus South Devon. Doch schnell wird das Essen nebensächlich. Es ist 12.30 Uhr. Die Mitglieder der königlichen Familie treffen in der Kapelle ein. Zuvor schielte man mit halbem Auge auf die internationale A-List-Prominenz, die in der St.-Georgskappelle eintraf. Die Damen loben Amal Clooneys gelbes Ensemble, kritisieren Victoria Beckhams Farbwahl – zu dunkel.

Die Queen persönlich getroffen

Architekt Michael erzählt, wie er in jungen Jahren die Queen traf. Damals arbeitete er als Chauffeur in England. Er gerät ins Schwärmen. «Was diese Frau vollbracht hat, begreifen nur wenige.» Sie bleibe völlig im Hintergrund und halte doch alle Fäden in der Hand. Als er sie traf, stand er mit einer Gruppe von Chauffeuren vor dem Gebäude, wo sie erwartet wurde. Beim Hineingehen habe sie sich plötzlich umgedreht und sei zu ihnen gekommen. «Haben Sie gegessen?», habe sie nur gefragt. Sie verneinten. Die Queen verschwand. Kurz danach wurden die Chauffeure in die Küche geholt und bewirtet.

3/3: Im Haus des Präsidenten des Anglo-Swiss Club St. Gallen in Freidorf. (Bild: Ralph Ribi)

3/3: Im Haus des Präsidenten des Anglo-Swiss Club St. Gallen in Freidorf. (Bild: Ralph Ribi)

Ja, man könnte sie wohl Royalisten nennen, sagen die Anwesenden. «Die Königsfamilie hat einen guten Einfluss auf die Briten», sagt Norman Trounce. Marianne würde sich nicht unbedingt als Royalistin bezeichnen, aber sie interessiere sich schon dafür, was im englischen Königshaus passiere. «Diese Familie hat eine unglaubliche Bedeutung für unser Land.» Sie finde es faszinierend, wie sich die Royals bemühten, mit der Zeit zu gehen und sich weiterzuentwickeln. «Wer sagt, das alles sei herausgeworfenes Geld, hat nichts begriffen», sagt sie resolut.

"Harry darf einen Bart stehenlassen"

Als der wild gestikulierende amerikanische Priester während der Zeremonie nur schwer zum Ende seiner expressiven Rede findet, lautet der trockene Kommentar einer der Damen beim Anblick der schwangeren Zara Phillips: «Sieh nur, sie wünscht sich, ihre Wehen setzten ein, damit der endlich fertig wird.»

«Harry darf einen Bart stehenlassen. Er ist nicht im Dienst», klärt Michael auf. Doris bedenkt Meghan Markles abwesende Skandalfamilie mit angemessener Verachtung und sagt: «Meghan ist auch imagemässig ein guter Schachzug für die Royals. Die Amerikaner werden immer noch gerne mit England in Verbindung gebracht.»

Die Mischung aus Respekt, Begeisterung und Humor macht, dass man ab sofort jedes Royal Wedding mit genau diesen Engländern gucken möchte.

Anglo-Swiss Circle

In der Schweiz treffen sich viele ausgewanderte Britinnen und Briten in regionalen Anglo-Swiss Clubs oder Circles. Der Anglo-Swiss Circle St. Gallen wurde im Jahr 1973 gegründet und zählt rund 50 Mitglieder. Die Vereine heissen auch Nicht-Briten willkommen, die sich in ihrer Muttersprache austauschen möchten – oder interessierte Personen, die gerne englisch reden. (oh)

Kontakt und Anmeldung: angloswisscircle@gmail.com

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