Mit Drohnen Rehkitze retten

ST. GALLEN. Seit Mitte Mai setzen Rehe ihre Jungen ins hohe Gras. Dann sind sie während drei bis sechs Wochen den Mähmaschinen ausgeliefert, sofern keine Massnahmen ergriffen werden. Zur Diskussion steht nun, ob zu mähende Wiesen künftig mit Drohnen abgesucht werden sollen.

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ST. GALLEN. Seit Mitte Mai setzen Rehe ihre Jungen ins hohe Gras. Dann sind sie während drei bis sechs Wochen den Mähmaschinen ausgeliefert, sofern keine Massnahmen ergriffen werden. Zur Diskussion steht nun, ob zu mähende Wiesen künftig mit Drohnen abgesucht werden sollen. Laut einer Mitteilung des Schweizer Tierschutzes STS hat die Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften eine dafür geeignete Drohne entwickelt, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. Über den Vorschlag des STS sagt Dominik Thiel, Leiter Amt für Natur, Jagd und Fischerei: «Die Wärmebildkamera funktioniert nur früh morgens bei grosser Temperaturdifferenz zwischen Reh und Boden.» Daher sei die beste Methode nach wie vor, am Vorabend die Wiesen auf Rehkitze abzusuchen und zu verblenden. Beispielsweise mit hellen Futtersäcken, die über lange Stangen gestülpt und in der Wiese aufgestellt werden. Eine andere Möglichkeit seien blinkende Strassenbaulampen entlang der Mähwiese.

2013 wurden laut Bundesamt für Statistik in der Schweiz 1500 Rehe durch landwirtschaftliche Maschinen getötet. Im Kanton St. Gallen waren es im vergangenen Jahr 71 Rehe. (bey)