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Mit der Zeit kehrt Ruhe ein

Scharfgezeichnet
Kaspar.enz@ostschweiz

«Goht’s im Städtli usnahmswys fidel und luschtig zue», sang Dieter Wiesmann, «sind’s bim nöcher luege sicher d’Italiener.» Das war 1970 in Schaffhausen so. In Wil sind es 2017 Muslime, die rund um das frisch eröffnete Begegnungszentrum im Südquartier die Nachtruhe stören. Mit Motorenlärm und lauten Diskussionen. Der Stadtrat müsse diesem Treiben ein Ende setzen, fordert Stadtparlamentarier Urs Etter.

Der freisinnige Anwohner möge für einmal Gnade vor Recht ergehen lassen. Die muslimischen Mitmenschen haben es zur Zeit nicht leicht. Es ist der Fastenmonat Ramadan. Kein Schluck, kein Bissen ist den Gläubigen von Sonnenauf- bis Untergang erlaubt. Und mag auch die Sonne hier nicht so heiss brennen wie in der Heimat des Propheten, so scheint sie doch deutlich länger. So freut sich der Gläubige, wenn die Sonne sich zur Ruhe legt, und er endlich einen Schluck trinken, einen Happen essen kann, am liebsten in Gesellschaft.

Doch das legt sich wieder, wohl noch bevor sich der Wiler Stadtrat dem Vorstoss annehmen kann. Am kommenden Samstag ist der Ramadan zu Ende. Und im Lauf der Jahre löst sich das Problem von selbst: Der Ramadan richtet sich nach dem Mond, und so findet er jedes Jahr etwas früher statt. Schon bald im tiefsten Winter, wenn die Sonne schon am Nachmittag untergeht. Seien Sie versichert: Darauf freuen sich nicht nur die Anwohner. Sondern ziemlich sicher auch die Fastenden.

Kaspar Enz

kaspar.enz@ostschweiz

-am-

sonntag.ch

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