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Mit dem «Föfi» nach Gais

Seit 125 Jahren verbinden die Appenzeller Bahnen die Stadt St.Gallen mit dem Appenzellerland. Am 1. Oktober 1889 wurde die Strecke St.Gallen–Gais eröffnet. Morgen Sonntag wird in St.Gallen und Gais gefeiert.
Christoph Zweili
Das «Föfi» der St.Gallen-Gais-Appenzell-Bahn klettert durch die enge Ruckhaldenkurve hinauf ins Appenzellerland – auch morgen Sonntag. (Bild: Alexander Bless)

Das «Föfi» der St.Gallen-Gais-Appenzell-Bahn klettert durch die enge Ruckhaldenkurve hinauf ins Appenzellerland – auch morgen Sonntag. (Bild: Alexander Bless)

Im Volksmund wird die St.Gallen–Gais–Appenzell-Bahn (SGA) noch heute liebevoll «S'Gaiserbähnli» genannt. Die Strecke St.Gallen–Gais wurde 1889 durch die damalige Appenzeller-Strassenbahn-Gesellschaft feierlich eröffnet. 1904 wurde die Bahnlinie bis Appenzell ausgebaut, zur heutigen Linie der Appenzeller Bahnen. Eine besondere Eigenheit ist die technische Meisterleistung, die dahintersteckt: Die Bahnlinie besteht zum grossen Teil als Strassenbahn entlang der Landstrasse, ausgenommen auf den letzten Kilometern zwischen der Haltestelle Hirschberg und Appenzell, in welchem das Sittertal auf dem mit 299 Metern bis 2010 längsten Schmalspurbahnviadukt der Schweiz überquert wird.

Gais sucht den Anschluss

Neben dem damaligen Wunsch der Dörfer Teufen, Bühler und Gais nach einem Bahnanschluss stand auch das Interesse der normalspurigen Vereinigten Schweizer Bahnen, welche die Stadt St.Gallen an der Linie Winterthur–Rorschach–Chur bedienten. Das Appenzeller Hinterland war bereits seit 1875 durch die Schmalspurbahn von Winkeln bis Urnäsch, 1886 bis Appenzell erschlossen. Das Gleis verlief aus Kostengründen grösstenteils in oder neben der Strasse, abgesehen von eigenem Trassee in der Ruckhaldenkurve, wie Ruedi Wanner aus Wettingen für den «AG 2 – Verein historische Appenzeller Bahnen» recherchierte. Der ehrenamtliche Verein wurde 2002 gegründet, um den historischen Fahrzeugpark der Appenzeller Bahnen zu pflegen, fahrfähig zu restaurieren und somit langfristig der Nachwelt zu erhalten.

Die Bemühungen, mit zunehmendem Bahn- und Strassenverkehr die beiden Verkehrsträger zu trennen, dauerten Jahrzehnte – und sind noch nicht abgeschlossen.

Start beim «Metropol»

Die Appenzeller Strassenbahn hatte ihren Ausgangspunkt im Eröffnungsjahr vor dem heutigen Hotel Metropol in einer bescheidenen Abfahrtshalle mit Drehscheibe. Ein grosser Wurf kam mit dem Bau des heute noch betriebenen Nebenbahnhofes, 1914 durch die Stadt erstellt. Der gedeckte Perron dient auf der Nordseite den Zügen der Appenzeller Bahn nach Trogen und auf der Südseite jenen nach Gais–Appenzell.

Bei der Streckenführung durch Teufen zeigt sich die Komplexität der einst gewählten Kombination von Bahn und Strasse. Wohl verläuft die Bahn auf eigenem Schotterbett links der Strasse, die unzähligen Einmündungen und erst die Zufahrten zu den einzelnen Häusern quert sie aber doch. Das verlangt von allen Verkehrsteilnehmern grösste Aufmerksamkeit – und führt doch immer wieder zu Unfällen.

Schon vor der Verlängerung nach Appenzell wurden Rundfahrbillette St.Gallen–Gais–Appenzell–Herisau–St.Gallen zu Fr. 2.95 verkauft – die Passagiere hatten das fehlende Zwischenstück nach Appenzell zu Fuss zu bewältigen (!).

Vom bunten Personenwagenpark erhalten blieb der historische Triebwagen BCFeh 4/4 Nr. 5 von 1931, liebevoll «s'Föfi» genannt. Der Nostalgiezug verkehrt auch am morgigen Jubiläumsfest zwischen St.Gallen und Gais (Platzzahl beschränkt).

Der Tunnel – das Kernstück

Die einzige noch verbliebene Zahnradstrecke führt auf dem Weg ins Appenzellerland über die «Panoramakurve» 80 Meter in die Höhe. Dieser Abschnitt wird durch eine Tunnelvariante abgelöst. Das Projekt wurde seit 1970 immer wieder zurückgestellt. Heute ist es der Kern der Durchmesserlinie Appenzell–St.Gallen–Trogen. Mit dem Bau des 90-Millionen-Projekts soll demnächst begonnen werden, die Fertigstellung ist für Ende 2017 angekündigt. Mit dem Tunnelbau fällt der letzte Zahnstangenabschnitt auf der Strecke St.Gallen–Appenzell weg. Der reine Fahrzeitgewinn beträgt zwei Minuten, was im Vorfeld der Genehmigung einige Gegner mobilisierte.

Jubiläumsfest 28. September in Gais und St.Gallen, 10 bis 17 Uhr

Die ehemalige Abfahrtsstelle der Gaiserbahn auf der Höhe des Hotels Metropol auf dem Bahnhofplatz in St. Gallen. (Bild: Verein historische Appenzeller Bahnen)

Die ehemalige Abfahrtsstelle der Gaiserbahn auf der Höhe des Hotels Metropol auf dem Bahnhofplatz in St. Gallen. (Bild: Verein historische Appenzeller Bahnen)

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