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Mit 249 km/h über Thurgauer Autobahn: – Psychologe: «Ein stark motorisiertes Auto verleitet dazu, schneller zu fahren»

Die Kantonspolizei Thurgau hat am Sonntag einen Raser angehalten und verhaftet. Er war mit 249 km/h auf der Autobahn A7 unterwegs. Laut einem Verkehrspsychologen spielt auch das Modell des Autos eine Rolle.
Der Autofahrer überschritt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um 122 Stundenkilometer. (Symbolbild: Imago)

Der Autofahrer überschritt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um 122 Stundenkilometer. (Symbolbild: Imago)

(pd/lim/lw) Die Kantonspolizei Thurgau führte auf der Autobahn A7, Fahrtrichtung Kreuzlingen, eine mobile Geschwindigkeitskontrolle durch. Dabei wurde in der Nähe des Rastplatzes Kefikon bei Wiesendangen kurz nach 0.15 Uhr ein Autofahrer mit einer Geschwindigkeit von 249 km/h erfasst. Nach Abzug der Sicherheitsmarge überschritt er die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h damit um 122 Stundenkilometer. Ein Negativrekord, wie Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei, sagt. «Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand in den vergangenen Jahren schneller unterwegs war.»

Einen Fahrer mit ähnlich hoher Geschwindigkeit wie den auf der A7 registrierte die Kantonspolizei Thurgau 2015: Bei einem Lenker mit drei kleinen Kindern auf dem Rücksitz wurde ein Tempo von 231 km/h gemessen.

Eine bewusste Missachtung der Regel

Beim Lenker auf der A7 handelt es sich um einen 34-jährigen Deutschen aus dem Kanton Baselland. Dass er sich möglicherweise nicht mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Schweiz auskennt, lässt Graf nicht gelten: «Der Fahrer ist seit mehreren Jahren im Besitz des Schweizer Führerausweises», sagt er. Ausserdem schütze auch Unwissenheit nicht vor Strafe.

Die Kantonspolizei Thurgau hat dem Raser den Führerausweis zuhanden der Administrativbehörde entzogen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft wurde das Auto, ein Seat Leon ST, sichergestellt.

Joachim Kohler, Verkehrs- und Neuropsychologe sagt:

«Ein stark motorisiertes Auto verleitet grundsätzlich stärker dazu, manchmal schneller zu fahren, genauso wie eine lange, gerade Strasse ohne Verkehr.»

Ob jemand in der Schweiz 50 oder gar 100 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h fahre, spiele aus psychologischer Sicht keine Rolle, sagt Kohler: «In beiden Fällen ist es eine bewusste Missachtung der Regel.»

Aus neuropsychologischer Sicht sei Autofahren ein dynamisches Wechselspiel zwischen Routineverhalten und bewussten Entscheidungsprozessen, sagt Kohler. «Wenn zum Beispiel jemand während einer längeren Autobahnfahrt in der Nacht entweder gedanklich mit etwas anderem sehr beschäftigt oder aber müde ist, dann befindet er sich möglicherweise in einer Art ‹Blindflugmodus›.» Dann laufe im Hirn gesteuertes Routineverhalten ab, wobei Erfahrungen eine grosse Rolle spielen. «Ist jemand für gewöhnlich eher schnell unterwegs, dann wird er sich in so einem Stadium ebenfalls so verhalten», sagt Kohler.

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