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Missbrauchsprozess in Freiburg: Haupttäter ist gleichzeitig Zeuge im Verfahren gegen St.Galler

Ein 39-jähriger Mann soll den Sohn seiner Lebensgefährtin zum Vergewaltigen Männern überlassen haben. Nun hat sich der mutmassliche Haupttäter in Freiburg im Breisgau gegen einen Mitbeschuldigten aus dem Kanton St.Gallen zu den Vorwürfen geäussert.

(sda) Vor dem am Montag beginnenden Hauptprozess um den jahrelangen Missbrauch eines heute neunjährigen Knaben bei Freiburg im Breisgau hat der Angeklagte ein umfassendes Geständnis angekündigt. "Dass ich der Haupttäter bin, ist absolut richtig", sagte der 39-Jährige am Donnerstag als Zeuge vor dem Landgericht Freiburg.

Lebensgefährte der Mutter

Der Mann war der Lebensgefährte der Mutter des Kindes. Das Paar hat den heute neun Jahre alten Knaben laut Anklage mehr als zwei Jahre lang Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen. Zudem sollen sie das in Staufen bei Freiburg lebende Kind auch selbst mehrfach sexuell missbraucht haben.

Der Prozess gegen die 48 Jahre Jahre alte Frau und deren Lebensgefährten, beides Deutsche, beginnt am kommenden Montag vor dem Freiburger Landgericht. Die beiden gelten in dem Fall, in dem es insgesamt acht Tatverdächtige gibt, als Hauptbeschuldigte. In den Prozessen gegen die Männer, die den Knaben vergewaltigt haben sollen, tritt der 39-Jährige als Zeuge auf, so auch am Donnerstag im Verfahren gegen einen Angeklagten aus dem Kanton St.Gallen.

Diesem 37-jährigen Mann wird unter anderem schwere Vergewaltigung zur Last gelegt. Der Prozess gegen den Angeklagten aus dem Kanton St.Gallen soll übernächste Woche fortgesetzt werden.

Geld nicht im Vordergrund

"Ich kann mich an jeden Missbrauch erinnern", sagte der Hauptbeschuldigte, der seit seiner Festnahme im vergangenen Oktober in Untersuchungshaft sitzt. "Ich schäme mich, dass ich es habe soweit kommen lassen, den Buben anzubieten." Er habe von den Männern für Vergewaltigungen zwar Geld erhalten, das habe jedoch nicht im Vordergrund gestanden. "Es ging mir nicht nur ums Finanzielle. Es steckten auch sexuelle Motive dahinter." Es habe ihn erregt, den Jungen gemeinsam mit anderen zu missbrauchen.

"Ich habe Riesenmist gebaut", sagte er. Nun sage er bewusst gegen seine Mittäter aus und kämpfe für Freiheitsstrafen. "Das ist mein Beitrag für Gerechtigkeit." Zudem habe er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin auch ein drei Jahre altes Mädchen missbraucht. Der Mann habe sich bereits ausführlich bei der Polizei geäussert und kooperiere, sagte der Chefermittler in dem Fall. Ohne ihn hätte das Verbrechen nie aufgeklärt werden können.

Motiv der Mutter unklar

Allein auf dem Computer des 39-Jährigen seien mehr als 8000 Filme mit Kinderpornos gefunden worden. Einen zweiten Rechner mit weiteren Filmen habe der Mann aus Furcht vor der Polizei in einem See versenkt. Die Festplatte sei dadurch zerstört worden.

Das Motiv der Mutter des Kindes sei immer noch unklar, sagte Staatsanwältin Nikola Novak. Die Frau habe sich gegenüber den Ermittlern nicht näher geäussert. Ob sie im Prozess aussagen werde, sei noch unklar, sagte ein Gerichtssprecher. Den Angaben zufolge waren die beiden nun Angeklagten seit Anfang 2014 ein Paar.

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