Möglicher Missbrauchsfall im Säntispark: Verdächtiger Mann wurde befragt, Verfahren dauert an

Ein 15-Jähriger soll Anfang September im Säntispark von einem Mann missbraucht worden sein. Jetzt wurde der Verdächtige, der im nahen Ausland lebt, einvernommen.

Christa Kamm-Sager
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Hat ein Mann im Säntispark einem Jugendlichen Gewalt angetan? Der Verdächtige wurde mittlerweile befragt. (Bild: Hanspeter Schiess/Archiv)

Hat ein Mann im Säntispark einem Jugendlichen Gewalt angetan? Der Verdächtige wurde mittlerweile befragt. (Bild: Hanspeter Schiess/Archiv)

In der Bäderwelt des Säntispark soll es Anfang September zu einem sexuellen Übergriff auf einen 15-Jährigen gekommen sein. Als der Jugendliche schrie, schritt der Bademeister ein. Er hielt einen Mann in seinem Büro fest. Dem Verdächtigen – er wurde als rund 50-jährig beschrieben – gelang aber die Flucht, noch bevor die Polizei eintraf. Dieser Vorfall ereignete sich Anfang September.

Der Mann konnte sich nach der Tat in seinen Wohnort im nahen Ausland absetzen. Allerdings blieb er nicht unerkannt: «Er wurde anhand von Videoaufnahmen im Eingangsbereich identifiziert», erklärte die Sprecherin des Säntisparks.

«Freies Geleit» in die Schweiz

Wie Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St.Gallen, auf Anfrage sagt, konnte der Verdächtige mittlerweile befragt werden. Für diese Befragung wurde dem Mann, der im nahen Ausland lebt, freies Geleit in der Schweiz angeboten. Dies bedeutet, dass der Mann auf dem Hin- und Rückweg zum Befragungstermin in St.Gallen nicht verhaftet wird. Zum Inhalt des Gesprächs und den Aussagen des Verdächtigen kann der Mediensprecher keine Angaben machen. «Sagen kann ich einzig, dass weitere Beweiserhebungen im Raum stehen und das Verfahren andauert.» Den Mann in die Schweiz zu zwingen sei deshalb nicht möglich, weil die umliegenden Nachbarländer ihre eigenen Staatsbürger nicht ausliefern würden.

In dieser ersten Befragung sei es darum gegangen, den Täter zu den Vorwürfen zu befragen, er solle seine Sicht darstellen können, äusserte sich Dobler zum Vorfall. Ziel sei es, dass sich der Beschuldigte im Kanton St.Gallen einem allfälligen Strafverfahren stelle. Dort, wo die mutmassliche Tat passiert sei. Das Opfer solle nicht reisen müssen für ein allfälliges Verfahren.