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MISSBRAUCH: Vater muss definitiv hinter Gitter

Das Bundesgericht bestätigt die Freiheitsstrafe gegen einen Vater aus dem Kanton St. Gallen, der seine eigene Tochter missbraucht hat.

Die St. Galler Justiz hat einen Familienvater, der seine entwicklungsverzögerte Tochter während rund zweier Jahre sexuell missbraucht hat, zu Recht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Davon muss der Vater ein Jahr absitzen.

Begonnen hat alles im Mai 2011. Damals begann ein Familienvater seine achtjährige Tochter, die in ihrer Entwicklung leicht zurückgeblieben war, sexuell zu missbrauchen. Die Übergriffe, die jeweils nachmittags oder abends im Wohn- oder Elternschlafzimmer stattgefunden hatten, fanden während beinahe zweier Jahre statt. So gab der Vater seiner Tochter mehrmals Zungenküsse und steckte seinen Penis zwischen die Beine des Mädchens, wobei es zur Ejakulation kam. Ferner musste das Mädchen den Penis des Vaters einige Male masturbieren. Auch zum Oralverkehr hatte der Vater seine Tochter aufgefordert und diesen wiederholt auch an ihr vollzogen. Das Gericht warf dem Mann auch vor, Bilder mit sexuellen Handlungen mit Tieren besessen zu haben.

Ein Jahr unbedingt sowie Geldstrafe

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilte den Familienvater im April 2015 wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher Inzests und mehrfacher Pornografie zu 36 Monaten Freiheitsstrafe, davon 24 Monate bedingt. Zudem sprach das Gericht eine bedingte Geldstrafe in der Höhe von 40 Tagessätzen zu 200 Franken aus.

Das Kantonsgericht bestätigte dieses Urteil, reduzierte aber den Tagessatz der bedingten Geldstrafe von 200 auf 140 Franken. Dagegen erhob der Familienvater Beschwerde ans Bundesgericht. Dort forderte er einen Freispruch. Er warf dem Kantonsgericht Willkür vor; dieses habe den Sachverhalt falsch ermittelt und die Beweise falsch gewürdigt. Die Aussagen seiner Tochter zu den sexuellen Handlungen seien widersprüchlich und mit den Feststellungen eines gynäkologischen Gutachtens, welches die Jungfräulichkeit seiner Tochter bestätige, nicht vereinbar. Auf das Glaubhaftigkeitsgutachten zu den Aussagen der Tochter könne nicht abgestellt werden, da es zentrale Fragen nicht beantworte.

Das Bundesgericht hat all diese Einwände als nicht erheblich eingestuft und das Urteil des Kantonsgerichts vollauf bestätigt. Laut dem Urteil aus Lausanne sind die Schlussfolgerungen des Kantonsgerichts zum Glaubhaftigkeitsgutachten, wonach das Mädchen tatsächlich Erlebtes beschreibt und seine Aussagen glaubhaft sind, nachvollziehbar. Einverstanden war das Bundesgericht auch damit, dass das Kantonsgericht die Aussagen des Familienvaters als unglaubhaft und nicht schlüssig einstuft. Die Abschweifungen und Anschuldigungen gegen seine Ehefrau als Reaktion auf die Vorbehalte hat das Kantonsgericht zudem zu Recht als klassisches Lügensignal gewertet. Damit steht fest, dass der Familienvater ein Jahr hinter Gittern verbringen muss.

Urs-Peter Inderbitzin

ostschweiz@tagblatt.ch

Urteil 6B244/2017

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