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MISSBRAUCH: St. Galler Bubenschänder

Eine Mutter und ihr Freund haben den Sohn der Frau Pädophilen im Internet angeboten. Ein 37-jähriger St. Galler zahlte Geld, damit er das Kind missbrauchen konnte.
Alexandra Pavlovic

Alexandra Pavlovic

alexandra.pavlovic@tagblatt.ch

Unglaubliches Angebot einer Mutter: Gegen einen vierstelligen Betrag konnten Pädophile ihren neunjährigen Buben vergewaltigen. Die Frau, die aus Freiburg im Breisgau stammt, hatte, um Geld zu verdienen, ihr Kind im Internet angeboten. Unterstützung erhielt sie dabei von ihrem Partner. Nach anonymen Hinweisen konnten die beiden, die das Kind selber ebenfalls missbraucht ­haben sollen, im vergangenen Herbst verhaftet werden.

Im Verlauf der Ermittlungen gingen den Polizisten zusätzlich mehrere «Bieter» ins Netz, darunter auch ein im Kanton St. Gallen wohnhafter Schweizer. Gemäss «20 Minuten» war der 37-Jährige bei einer Verkehrs­kontrolle in Österreich fest­genommen worden. Wie Oberstaatsanwalt Michael Mächtel gegenüber dem Onlineportal sagt, war es «ein Zufallstreffer» – weil zuvor ein internationaler Strafbefehl erlassen worden war.

Ob gegen den 37-Jährigen in der Schweiz Ermittlungen laufen und ob er vorbestraft ist, wollte Mächtel nicht sagen. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen ihrerseits wollte «weder bestätigen noch dementieren», ob bei ihr ein Rechtshilfegesuch aus Deutschland eingegangen ist. Gewiss ist, dass der Tatverdächtige nach Deutschland überführt wurde, wo er nun in Untersuchungshaft sitzt. Gegen den St. Galler und sechs weitere Männer besteht der Verdacht wegen «schweren sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung in einer Vielzahl von Einzelfällen.»

Wie aber kam es zu der schrecklichen Tat? Gemäss Oberstaatsanwalt Mächtel konnte der Schweizer den Neunjährigen in der Wohnung des Paares, im Freien oder an anderen Tatorten missbrauchen. Dazu musste er – wie die anderen Tatverdächtigen – mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Weitere Einzelheiten wollte Mächtel wegen der laufenden Ermittlungen nicht bekanntgeben. Einige Personen hätten zwar Angaben gemacht, ob darunter auch Geständnisse seien, darüber gebe er keine Auskunft. «Das Ermittlungsverfahren ist erst in einem Fall abgeschlossen, sprich hier dürfte demnächst ­Anklage erhoben werden.»

«Schwerwiegendster Fall von sexuellem Missbrauch»

Gemäss dem Oberstaatsanwalt begann die Leidensgeschichte des Kindes 2015. Die Mutter des Neunjährigen hatte ihren jetzigen Freund und heutigen Hauptverdächtigen im selben Jahr kennen gelernt. Seither wurde der Bube missbraucht. Für das Landes­kriminalamt Baden-Württemberg sei es der schwerwiegendste Fall von sexuellem Missbrauch von Kindern, der je bearbeitet wurde. Dabei hätte sich der Freund der Mutter dem Kind gar nicht nähern dürfen, wie deutsche Medien schreiben. Er war nämlich bereits einschlägig wegen Missbrauch einer 15-Jährigen und Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt worden. «Er hätte mit Kindern und Jugendlichen weder verkehren noch sie beherbergen, beschäftigen oder ausbilden dürfen», sagt Mächtel.

«Spiegel TV» berichtete vom aussergewöhnlichen Fall. Den Reportern gelang es, mit der Mutter des Hauptverdächtigen aus Freiburg zu sprechen. Im Fernsehbeitrag sagt sie, dass sie keinen Kontakt zu ihrem Sohn wünsche. Er sei ein ungewolltes Kind gewesen, entstanden aus einer Vergewaltigung. Sein Vater ein Alkoholiker, der ihn geschlagen habe. Vom schweren Missbrauch des Neunjährigen will die Mutter des Tatverdächtigen nichts mitbekommen haben. «Für mich ist er gestorben», sagt die Frau.

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