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«Mir wurde das Herz rausgerissen»

«Pauken-Didi» ist enttäuscht. Der FC St. Gallen ist sein Leben. Und nun darf das Fan-Urgestein nicht mehr im Espenblock pauken. Noch hat er die Hoffnung jedoch nicht aufgegeben.
René Rödiger
Dieter Reifler alias «Pauken-Didi» wird in Zukunft nicht mehr im Espenblock für Stimmung sorgen. (Bild: Vision Studios, 9436 Balgach)

Dieter Reifler alias «Pauken-Didi» wird in Zukunft nicht mehr im Espenblock für Stimmung sorgen. (Bild: Vision Studios, 9436 Balgach)

ST. GALLEN. Wer in den letzten rund 20 Jahren ein Spiel des FC St. Gallen besucht hat, kennt «Pauken-Didi». Seine Liebe für den Verein ist so gross, dass er sich sogar an seinem eigenen Hochzeitsessen in einen Nebenraum zurückzog, um das Heimspiel gegen den FC Lugano am TV zu verfolgen. Mitten in den Fans gibt er bei den Spielen den Takt an. Früher im Espenmoos, heute in der AFG Arena. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Dieter Reifler, wie «Pauken-Didi» mit bürgerlichem Namen heisst, wurde mitgeteilt, dass seine Pauke im Espenblock nicht mehr erwünscht sei. «Das haben andere entschieden, nicht ich. Mir wurde der Entscheid unter sechs Augen an einem Abend mitgeteilt», sagt der Arboner.

Hoffnung auf Kehrtwende

Nachvollziehen kann der 36-Jährige den Beschluss nicht: «Offenbar wollen einige Fans lieber selbst mit kleinen Trommeln Stimmung machen.» Trotzdem fügt er sich dem Entscheid. «Ich schwimme nicht gegen den Strom», sagt Reifler. Und hofft weiter, dass sich die Fans doch noch umentscheiden und ihn weiter trommeln lassen.

Rückhalt bekommt er von vielen Fans aus dem Espenblock im FCSG-Forum und auch telefonisch. «Auch andere Fangruppen unterstützen mich. Offenbar waren beim Entscheid gegen mich nur ganz wenige Leute involviert und nicht alle offiziellen FCSG-Fangruppierungen», sagt der Arboner.

Die Enttäuschung ist «Pauken-Didi» anzumerken. «Es ist, als wurde mir das Herz rausgerissen. Plötzlich entscheiden Leute über mich, die noch nicht mal so alt sind, wie ich schon Jahre an FCSG-Spiele gehe», sagt Reifler.

Ohne Pauke wird er nicht mehr in den Espenblock gehen: «Das würde ich nicht aushalten.» Dem FC St. Gallen bleibt er aber treu. Sollte sich am Trommel-Entscheid nichts mehr ändern, wird er künftig ohne Instrument auf einem Sitzplatz im Stadion anzutreffen sein. «Diese Liebe wird nie sterben. 19mal habe ich mir den FC St. Gallen schon tätowieren lassen. Ich war schon an internationalen Auswärtsspielen mit nur gerade drei FCSG-Fans dabei.»

Nur Tochter für FC St. Gallen

Die Pauke, die momentan auf einer Auktionsplattform als «Kindertrommel» angeboten wird, gehört übrigens nicht «Pauken-Didi»: «Ich habe drei Trommeln im Schlafzimmer, und diese würde ich nie hergeben. Sie gehört meiner Tochter, die auch FCSG-Fan ist.»

Auch sein Sohn ist fussballbegeistert, allerdings unterstützt er den FC Bayern München. «Da weiss ich wirklich nicht, was ich falsch gemacht habe», lacht Reifler.

An den Namen der Kinder kann es nicht liegen. Die wurden nach ehemaligen FCSG-Legenden benannt. Die Tochter heisst Laura-Ionel (wie Gane) und der Sohn Ivan (wie Zamorano).

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