«Mir geht das Herz auf, wenn ich das sehe»

WEINFELDEN. Am TZ-Podium, das am Mittwochabend anlässlich der Abstimmung über den Expo-Planungskredit im Weinfelder Rathaus stattfand, standen Befürworter und Gegner des Kredits dem TZ-Redaktor und Moderator Mario Testa Red und Antwort.

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WEINFELDEN. Am TZ-Podium, das am Mittwochabend anlässlich der Abstimmung über den Expo-Planungskredit im Weinfelder Rathaus stattfand, standen Befürworter und Gegner des Kredits dem TZ-Redaktor und Moderator Mario Testa Red und Antwort. Neben Ueli Fisch (GLP) vertritt SVP-Kantonsrat Urs Martin die Gegnerseite am Podium. Das stärkste Argument, das die beiden gegen den Planungskredit von drei Millionen Franken vorbringen, sind die Finanzen. Es sei verantwortungslos, ein solches «Disneyland» durchzuführen, sagt Martin. Er fürchtet Kosten für den Kanton Thurgau bis zu 200 Millionen Franken.

Kosten noch nicht definierbar

FDP-Nationalrat Hermann Hess, der sich an der Seite von Regierungsrätin Haag für den Kredit stark macht, stellt klar, dass die Kosten noch nicht genau definiert seien. Bei der Expo 2002 habe aber der Kanton Bern mit 14,5 Millionen Franken den grössten Anteil getragen. Hess stellt die Expo-Kosten, die sich erfahrungsgemäss zwischen 1,5 ubd 2 Milliarden Franken bewegen, in Relation zu anderen Ausgaben des Staates. «Das sind Peanuts im Vergleich zu den 55 Milliarden, die bis 2027 jeweils für Armee und Landwirtschaft ausgegeben werden.» Der Wirtschaftsmann Hess argumentiert schliesslich auch emotional: «Mir geht das Herz auf, wenn ich das sehe.» Er spricht die Bilder an, die Plinio Bachmann während der vorgängigen Präsentation des Expo-Konzepts zeigte. Argumente wie die identitätsstiftende Wirkung der Expo berühren Urs Martin nicht. Er befürchtet gar, dass in Romanshorn 100jährige Bäume beseitigt und naturverschandelnde Stege in den See hineingebaut werden. «Darin sehe ich keine Nachhaltigkeit», sagt er. «Wird etwa durch die gesetzliche Hintertür versucht, einen durchgehenden Seeuferweg zu bauen?», fragt Fisch provokativ. «Sind die Jungen wirklich an einer Expo interessiert? Heute, wo es einen Event-Overkill gibt? Ist eine Expo noch zeitgemäss?»

Zweifel an der Machbarkeit

Neben den hohen Kosten werfen die Gegner Zweifel an der Machbarkeit in die Waagschale. Sie glauben nicht, dass «Expedition27» überhaupt umsetzbar ist. Dieses sieht unter anderem den Einbezug der Bahn vor. «Das Bahnnetz ist jetzt schon überlastet», sagt Urs Martin. «Eine erste Prüfung hat ergeben, dass es möglich ist. Aber eigentlich geht es ja darum: Mit dem Kredit soll eine Machbarkeitsstudie finanziert werden», sagt Plinio Bachmann. (mvl)